Das dörflich-landwirtschaftlich geprägte Umfeld der Wohnanlage steht in hartem Kontrast zur weiteren Umgebung mit Flughafen, Hotels und Einkaufszentren. Die drei Baukörper der Anlage, die in je zwei Häuser gegliedert sind, bilden mit Vorplatz und grünem Anger die zeitgemäße Interpretation einer dörflichen Struktur.
Leitmotiv des Projekts ist die Übertragung der Qualitäten des Einfamilienhauses auf den Geschoßwohnbau. Formal zeigt sich das in der starken Gliederung der Bauteile: Terrassen, Loggien bzw. die ebenerdigen, fingerartig in den Raum ausgreifende Bauteile schaffen geschützte Freibereiche und individuelle Wohnsituationen, wie man sie im Allgmeinen nur beim Einfamilienhaus findet. (IAS)
Als „Rettung“ einer verunglückten Planung initiierte der Gestaltungsbeirat für den Neubauteil des Kinocenters am Bahnhof ein Gutachterverfahren. Das siegreiche Konzept überzeugte durch die komplexe Anordnung der acht, verschieden großen Säle als „Steine“ in der geometrisch klaren und transluzenten Haut eines Würfels. Edle Farben, angenehme Materialien und ein großzügiges, räumlich durchlässiges Erschließungssystem hoben den Entwurf über den bis dahin gängigen Prototyp von Kinocentern hinaus. In der Bauausführung war dieser Qualitätsanspruch den Verantwortlichen nur mehr ein begrenztes Anliegen.
Das Hotel war DAS Zeichen des Nachkriegsaufschwungs in der Stadt Salzburg. Sparsam in Konstruktion und Materialien, einfallsreich im Detail bis zum auch vom Gang aus zugänglichen Schuhkästchen neben den Zimmertüren, mit zeitgenössischen Mosaiken außen sowie Fresken und Bildern innen geschmückt. Berühmt der Blick vom Café im 13. Stock. Durch die aufkommende Bürgerbewegung in den 1970er Jahren mit den massiven Zylatürmen am Bahnhofsvorplatz in einen Topf geworfen, bestand in den 1990er Jahren der Plan das Hotel durch einen Neubau zu ersetzen. Dies wurde erfolgreich verhindert, allerdings folgte danach eine „Sanierung“, die viele der Besonderheiten, zb die originalen Zimmereinrichtungen aus den 50iger Jahren, zerstörte.
Der großvolumige Neubau ist die Ergänzung eines Ensembles, das der Salzburger Zentrale der Bank eine adäquate, selbsterklärende Adresse gibt. Der Wunsch der Bauherren, ein zeitgemäßes, zukunftweisendes Headquarter zu erhalten, wurde von den Architekten erfüllt, der Mehrwert ist bereits im ersten Jahr in Zahlen ausdrückbar. Mit dem in Planung befindlichen Zwischentrakt wird nun noch in gleicher Qualität und unverwechselbarer Handschrift an den Bestandsbau von 1986, Architekt Luigi Blau, und an den noch älteren aus den 1960er Jahren an der Ecke zur Elisabethstraße von Architekt Josef Hawranek angeschlossen.
Der Entwurf von Park und Kindergarten ging beim Gesamtwettbewerb zum Gebirgsjägerplatz 1993 als Siegerprojekt hervor. Sie wurden jedoch, im Schatten des Wohnbaus, erst später realisiert. Der Kindergarten hebt sich mit seinem Obergeschoß, das über spannende Rampen, Rutschen und Treppen mit dem Terrain verbunden ist, wie eine scheinbar beweglich gelagerte Schachtel über das Sockelgeschoß. Dass die Architekten die Erfahrungen ihrer Kindheit präsent haben oder aus dem Leben mit ihren eigenen Kindern schöpfen können, ist an vielen Details spürbar.
Ein logistischer und bautechnischer Kraftakt wurde in mehreren Phasen, in denen die Wärmeversorgung der Stadt Salzburg aufrecht erhalten werden musste, in einen scheinbaren Monolithen verpackt. Die massive Betonummantelung schützt die Stadt vor Lärm und möglichen Gefahren der Turbine und der dazugehörigen Nebenanlagen der Kraft-Wärmeerzeugung. Der von den Boulevardmedien künstlich hoch gehaltene Skandal eines angeblich nicht an diese Stelle passenden Bauwerks verblasste mit der intensiv dunklen Färbung des Betons. Auch in diesem Bau und seinem Umfeld legten die Architekten besonderes Augenmerk auf stimmige Materialien, Details und Farbgebung.
Architektur: Bétrix & Consolascio, Eric Maier (1999-2000)
BauherrIn: Salzburger Stadtwerke AG
Zugänglichkeit: nur Außenraum
Erreichbarkeit: Haltestelle " St. Julienstraße"
Buslinien 1,2,27
Aufgrund seiner Lage am Rand des Gesamtensembles der ehemaligen Stadtwerke im Schatten des Bahndamms wird das Gebäude oft nicht als eigenständig wahrgenommen, das Heizkraftwerk hat ihm die Show gestohlen. In seinem Inneren, aber auch in seiner äußeren Erscheinung ist es ein weiteres Beispiel für den, in dieser hohen Qualität in Salzburg einzigartigen Form-, Detail und Farbwillen der Architekten.
Verschieden behandelter Sichtbeton, ausgeklügelte Details und ein stimmiges Farbkonzept fassen die Räume für die Transformatoren, einen großzügig verglasten Verkaufsbereich an der Straße - inzwischen Sitz der Geschäftsstelle der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten - und die Bürotrakte in den oberen Geschoßen in eine Hülle. Selbst der Nachtdienstbereich für die MitarbeiterInnen mit seinem Dachgarten war bis ins Kleinste durchgestaltet. Seit der Fusion des stadt- mit dem landeseigenen Energieversorger wurde das Haus zu großen Teilen vermietet und achtlos in Kleinbüros unterteilt.
Ein Umbau, der wie ein Neubau wirkt? Gelungen ist dies Robert Rechenauer vor allem aufgrund der neuen Situierung und Ausprägung der Eingangssituation. Die ehemals geschlossene Flanke zum Mirabellplatz wird zu einem Vorplatz nach Norden geöffnet und lässt in einer der Straße parallelen Ebene die Stadt ins Gebäude fließen. Dort wird sie aufgefangen im über alle Geschoße offenen, lichtdurchfluteten Foyer. Das Ensemble ergänzt der extra positionierte Neubau des Konzertsaals als Solitär, ein selbst-bewusstes Fenster zum barocken Mirabellgarten.
Das ehemalige Areal von Feuerwehr und Rettung, die beide großzügigere Neubauten in verkehrsgünstigeren Lagen bezogen, wurde zu einem innerstädtischen Wohn- und Geschäftsquartier umgenutzt. Der Innenhof, als großer Gastgarten für zwei Lokale genutzt, verbindet nach wie vor zwei Straßen und strahlt eine einladende Mischung von offen und geschützt aus. Gestört wird diese nur durch einen volkstümlichen Brunnen, der nach kurzer Zeit den zeitgenössisch gestalteten, der aus einem virtuell bespielten Glaskubus bestand, ersetzte.
Architektur: kofler architects (2001-2003)
BauherrIn: Stadt Salzburg
Zugänglichkeit: zu den Amtsstunden EG öffentlich zugänglich
Erreichbarkeit: Haltestelle "Hofwirt"
Buslinie 4
Das Archiv steht als dunkler monolithischer Körper vor der Steilwand des Kapuzinerbergs. Davor, durch von oben belichtete Gänge und Stiegen getrennt, der Büro- und Werkstättentrakt. In Umkehrung der statischen Verhältnisse steht das Haus auf einem gläsernen Sockel, der mit einem lichtdurchfluteten, einladenden Veranstaltungs- und Ausstellungssaal und dem Lesebereich die öffentlich zugängliche Zone beinhaltet.
Die Anlage bewältigt die hohe Bebauungsdichte mit Mitteln, die sich jenseits der Doktrin des klassischen Städtebaus bewegen: weit auskragende Bauteile und eine hoch aufragende, anthropomorph geformte Mitte bilden ein fragiles Ensemble kommunizierender Körper. Identitätsstiftende Mitte des elastischen Gefüges ist ein in sich gegliederter 14 Geschoße hoher Wohnturm, der für den im Wandel befindlichen Stadtteil als urbanes Merkzeichen fungiert. Die punktuell beträchtliche Höhenentwicklung zielt nicht auf die Mechanismen symbolischer Macht, wie das Hochhäuser im Allgemeinen tun, sondern ermöglicht die Erhaltung von Freiräumen für gemeinschaftliche Nutzungen. Mit der präzisen Beschränkung auf wenige Materialien und Weiß als Farbe der Moderne wird ein homogenes Erscheinungsbild erzielt. (IAS)
Scheinbar Unvereinbares – Bürotrakt, Verkaufsräume und Werkstätten – wurden auf diesem Grundstück miteinander kombiniert. Die Straßenkreuzung wird von einem Schaugerüst markiert, unter dem die pavillonartigen Verkaufsräume der verschiedenen Marken optisch zusammengefasst werden. Die markanten Bürotrakte sind nach hinten gerückt, der an der Vogelweiderstraße geplante wurde nicht verwirklicht, hier wird die Straße von Autoabstellplätzen begleitet. Die betriebliche Expansion findet nun, nach einem weiteren Wettbewerb zehn Jahre danach, noch eine Bautiefe weiter hinten statt.
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt erhielt die Salzburger Altstadt am Fuß des Kapuzinerbergs ein ambitioniertes zeitgenössisches Implantat. Der Zimmertrakt schwingt sich über einem offenen Erdgeschoß auf massiven Stützen, zwischen denen ursprünglich die Errichtung von Marktständen geplant war, Richtung Westen. Von der Dachterrasse kann man ungewohnte Blicke auf die Neustadt und auf die zum Greifen nahe Tierwelt am Abhang des Stadtberges und den stadteigenen Klettersteig werfen. Eine von hier aus geplante spektakuläre Treppenanlage auf den Berg blieb leider nur Vision.
Dass es sich bei der Feuerwache Schallmoos, die berufs- und freiwilligen Feuerwehr in einem Haus vereint, um die Adaptierung eines Bestandsbaues handelt, bemerkt man erst auf den zweiten Blick. Das ehemalige Autohaus (E: Wolfgang Soyka, 1972), auf dessen Flachdach einst Autos parkten, adaptierte die HALLE 1 mit klugen Eingriffen und schuf eine neue Einheit aus intelligent genutzten Bestands- und Neubauteilen. Die Architekten schälten aus der Stahlbetonstruktur im Obergeschoß ein begrüntes Atrium heraus. Die weißen, verputzten quaderförmigen Baukörper fassen das durch besonders „eingeschlitzte“ Fensterbänder lichtdurchflutete Innere. Die Blendmauer aus Sichtbeton an der Linzer Bundesstraße bildet einen Schutzschild für die dahinterliegende Terrassen und Aufenthaltsräume.(IAS)
Als Antwort auf die komplexe Aufgabenstellung entstand das Konzept eines prototypischen Leitbildes, das mit einem modularen Baukasten eigenständiger Elemente variiert und realisiert wird. Die in Bezug auf die jeweilige örtliche Situation in unterschiedlichen Kombinationen und Varianten verwendbaren Module sollen für alle im Stadtgebiet von Salzburg geplanten Haltestellen eingesetzt werden. Die Stationen bieten den unverwechselbaren architektonischen Ausdruck für das überfällige Angebot zeitgemäßer öffentlicher Personenbeförderung, das mit hoher Akzeptanz von den Nutzern angenommen wird.
Diese Siedlung war eine der ersten größeren in einem Viertel, das man hauptsächlich mit Gewerbe assoziierte. Sie bietet solide Gestaltung und dreiseitig belichtete Grundrisse, die Wohnungen im Erdgeschoß sitzen ohne Sockel direkt am Gelände.
Die Nachfolgesiedlung ist unspektakulär zeitlos und sowohl städtebaulich, naturräumlich als auch innenräumlich verständlich aufgebaut. Die Durchwegungen haben einen entsprechenden Abstand zu den Wohnungen im Erdgeschoß, der Naturraum wird mit den Gärten verzahnt, die Geländekante nach Westen geschickt genutzt.
Der aus Holz errichtete Bau besteht aus zwei Teilen, zwischen denen sich die über beide Geschoße offene Halle aufspannt. Großzügig verglast sind die Gruppenräume im geschwungenen Baukörper, der sich zur Sonne und zum Grünraum orientiert. Sie werden durch den orthogonalen Bauteil, der die Nebenräume beinhaltet, zur Wohnbebauung im Osten abgeschirmt. Das abwechslungsreiche und freundlich gestaltete Raumangebot für die Kinder wird auch durch unterschiedliche Raumhöhen und Niveausprünge erzeugt.
Drei scheinbar simple Zeilen, die bei genauerer Betrachtung nicht nur wegen ihres konsequenten Energiekonzeptes verblüffen: durch Konstruktion und Material, durch das Angebot von Vorder- und Hintereingang, mit durchgesteckten Wohnungen, geschützten Balkonen und kleinen Gärten im Erdgeschoß. Abstand und Höhe der Gebäude spielen zusammen, die erforderliche Intimität für die Erdgeschoße wird mit der noch wachsenden Bepflanzung in den nächsten Jahren entstehen.
Der erste Auftrag an die neu gegründete Arbeitsgruppe - bestehend aus den Architekten Johannes Spalt, Friedrich Kurrent, Wilhelm Holzbauer und Otto Leitner - weitergegeben von ihrem Lehrer Clemens Holzmeister, ergab den radikalen und doch behutsamen Umbau eines Stallgewölbes in die Parscher Kirche. Inspiriert von der Franziskanerkirche, deren romanisches Langschiff mit einem hohen, lichten gotischen Hallenchor ergänzt wurde, entstand die Verbindung von niedrigem Gewölbe für das Volk und hohem, natürlich belichteten Altarraum.
Die Architekten interpretierten das Thema Kloster mit Kirche und Kreuzgang völlig neu und packten alles unter eine große, luftige Dachkonstruktion aus rotem Stahl. Die holzverkleidete Kapelle in der Mitte, nur von oben belichtet und mit Stufen arenaartig zum Altar hin abgesenkt, wird von einem hohen Wandelgang umringt. Dieser wiederum vom zweigeschoßigen Zellentrakt mit innerem Laubengang und offenen Stiegenaufgängen. Nachdem die Zahl der Mönche Ende des letzten Jahrhunderts schrumpfte, entschloss sich die Kongregation zur Vermietung des Gebäudes. Als Mieter wurde das ICCM, eine Institution für berufsbegleitende Ausbildung zur Kulturarbeit gefunden. Ohne Umbauten gelang die Umnutzung, in der ehemaligen Kapelle fanden Stunden voll konzentrierter Vorträge und Diskussionen in spiritueller Andacht statt.
Die für Salzburg innovative Konzeption dieses Wohnbaus wurde von der Jury stark hervorgehoben. Er besteht aus zwei unterschiedlichen Bereichen, den straßenseitigen Zeilen von Wimmer Zaic Architekten, die einerseits der eigentlichen Gartenstadt die – akustische – Mauer machen, andererseits nach innen mit ihren leicht über das Terrain erhobenen, erdgeschoßigen Gärten und deren Zugängen ein Ambiente zwischen Offenheit und Privatheit vermitteln. Die städtebauliche Idee des Wohnhügels, aus dem die vier Gebäudekomplexe des gartenseitigen Bauteils herauswachsen, wurde bei der Realisierung zwar beibehalten, die Erwartung an die freiräumliche Großzügigkeit einer Gartenstadt ist jedoch bei den erdgeschoßigen Wohnungen nicht spürbar.
Hinter der konkav einschwingenden Straßenfassade öffnet sich der Kindergarten zum Grünraum, in den drei Gebäudetrakte fingerartig vordringen. Zwischen diesen Gruppenraum-Holzboxen und den beiden Bewegungsräumen – einer davon ist rotundenartig ausgebildet – vermittelt fließend die zentrale Halle. Räumliche Vielfalt verbindet sich hier mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächenstrukturen, z. B. Lärchenholz mit Kupferdächern, Beton mit Zinkblech. Die Kinder werden so in ihrem Alltag mit bewusster Wahrnehmung und Raumerfahrung konfrontiert. (IAS)
Ein multifunktionales Konglomerat mit umfassendem Angebot für das Leben an einer der Ausfallstraßen von Salzburg. Die zeilenartige Wohnbebauung im Innenhof wird durch einen straßenbegleitenden Bürotrakt, in dessen Erdgeschoß und teilweise auch Untergeschoß Geschäfte angeordnet sind, vom Lärm abgeschottet. Zur Nebenstraße im Süden öffnet sich ein großer Quartiersplatz für verschiedene Nutzungen. Das Angebot wird im Westen zur bestehenden Wohnbebauung um einen gemeinsamen kleinen Park ergänzt.
Am Ursprung dieses expressiven Bauwerks steht ein unscheinbares Siedlungshaus der Zwischenkriegszeit, das in den 1990er-Jahren für die Zwecke eines Fotostudios von den Architekten Lutz und Prasser mit einem fensterlosen trommelförmigen Zubau ergänzt wurde. Rund zehn Jahre später wurde der Altbestand von den Architekten Forsthuber und Scheithauer durch ein Bürogebäude ersetzt, das sich als „schwebende“ Überbauung über den zylinderförmigen Zubau mit seiner Fassade aus irisierenden Metallpaneelen stülpt. Eine erdgeschoßige Spange dient für die Erschließung beider Bauteile. Zwischen Neubau und Zylinder wurde eine Zäsur in Form einer horizontalen Fuge eingefügt. (IAS)
Der politische Kampf um die Neuplanung der Universität Salzburg und die Errichtung der "NaWi" geht historisch gesehen, der Gründung des Gestaltungsbeirats voraus.
Die Architekten bezogen Anregungen für den Bau aus den Planungsprinzipien der Altstadt mit ihren Gassen, Höfen und Durchgängen. Charakteristisch ist das als Rückgrat fungierende, lang gezogene, direkt belichtete Atrium. An ihm sind die Hoftrakte für die Institute auf der einen Seite und die Hörsäle auf der anderen Seite angereiht. Großes Augenmerk wurde auch auf die Verzahnung mit der Landschaft im Westen gelegt, Freitreppen, Teiche, Nutzgärten und ein Freilufttheater bieten hohe Nutzungsqualität.
Das Projekt ging 2004 aus einem österreichweiten, kombinierten Architekten- und Bauträgerwettbewerb als Sieger hervor. Der Neubau hebt sich äußerlich vom bestehenden Altenheim, einer ehemaligen Kaserne aus der K.u.K.-Zeit deutlich ab und signalisiert auch darin einen essentiellen Wandel in der Auffassung der Betreuung von älteren und dementen Menschen. Das Innenleben des Hauses erinnert an ein Hotel mit vielfältigen Ausblicken in den Landschaftsraum von Schloss Freisaal. Offene Pflegestützpunkte, helle Wohnzimmer und stimmungsvolle Loungen mit abendlichem Kaminfeuer schaffen ein heiteres Ambiente, das Bewohner, Mitarbeiter und Besucher von der oft schwierigen Pflegesituation ablenken soll.
Städtebaulich lag die Herausforderung darin, sich einerseits zwischen der ehemaligen Kaserne und der Naturwissenschaftlichen Fakultät einzufügen und sich andererseits zwischen den beiden mächtigen Bau zu behaupten. Das Haus entstand in zwei Etappen. Der westliche mit zentralem Atrium und grünen Fassaden wurde 2007, der jüngere, in Teilbereichen 4-geschoßige Trakt mit braunen Fassadenelementen 2015 fertiggestellt.(IAS)
Teil eines größeren Ensembles von Schulbauten, die an der Akademiestraße kammartig aufgereiht sind, war der Hallenbadtrakt der Pädak. Bei der Umgestaltung und Umnutzung zur Bibliothek wurden alle für die Entstehungszeit des Bauwerks wichtigen Charakteristika gewürdigt und erhalten. Und doch ist der Umbau zeitlich eindeutig zuzuordnen. Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis in dem durch neu geschaffene Bullaugen zusätzlich belichteten ehemaligen Schwimmbecken nach Büchern zu tauchen.
Das ehrwürdige Salzburger Künstlerhaus entschloss sich unter seiner damaligen Leiterin Hildegund Amanshauser zu einem facelifting. Von Elsa Prochazkas Gesamtkonzept blieb jedoch nur die Gestaltung des Caféinnenraums. Die davor liegende Glasterrasse zur Salzach hin wurde später von Halle 1 appliziert.
Dem Bau von Wunibald Deiniger aus den 30iger Jahren wurde ein zeitgenössischer Flügel angedockt, der mit nur scheinbar konträren Mitteln auf den Bestand reagiert. Im selben Zug konnte das bestehende Bauwerk von den Fehlern eines mächtigen Walmdachs und weiterer Zutaten befreit werden. Die Ergänzung mit einem dichten Hofeinbau folgte erst Jahre später und brachte die dringend erforderliche Entlastung im gerichtlichen Alltag.
Aus einem StudentInnenwettbewerb am alten Standort der ARGE Nonntal als Sieger hervorgegangen, wurde Gerhard Kopeinig mit der Neuplanung des Multifunktionshauses auf dem durch den städtebaulichen Wettbewerb für das gesamte Areal des Uniparks Nonntal zugeteilten, dreieckigen Grundstück beauftragt. Es liegt mit seiner Breitseite an der das Gebiet erschließenden, erst 2008 errichteten Ulrike Gschwandtnerstraße. Der große Veranstaltungssaal ist über einen Vorplatz und ein großes transluzentes Rolltor begehbar. Über das Beisl gelangt man zum zentralen Stiegenhaus im rückwärtigen Gebäudebereich und die weiteren Veranstaltungssäle im Untergeschoß sowie die Bürobereiche in den Obergeschoßen.
Das Salzburger Landesstudio ist Teil eines Bundesländerprogramms, das dieselben Bauelemente in mehreren Landeshauptstädten in gänzlich unterschiedlichen Kontexten platzierte. So eigenständig war die Grundkonzeption, dass dies in allen Umgebungen gelang. Auch heute noch überzeugt die Anordnung um die zentrale Halle. Bei der thermischen Sanierung fiel die stimmige, konstruktiv bedingte Optik von Fassadenhaut und Fensterteilung leider dem Energiespargedanken zum Opfer.
Der Lehrbauhof, ein Unterrichts- und Werkstättengebäude für die Ausbildung von Baumeistern und Zimmerern, war und ist eines der architektonisch wichtigen Projekte der Architekturreform. Am südlichen Rand der Stadt mitten im Moorgebiet gelegen - allerdings in Nähe zur Autobahn - begleitet der Klassentrakt diese mit einem feinen Schwung. Nach Norden reihen sich an den Erschließungsgang die von oben belichteten Hallen für die praktische Arbeit. Die Materialien sind roh, aber mit Schweizer Präzision verarbeitet und wirken auch in diesem Jahrhundert frisch und unverbraucht.
Wenn man heute an diesem Haus vorbeifährt, ist die Aufregung, die um seine Errichtung herrschte, nicht mehr nachvollziehbar. Es fügt sich aufgrund der gewählten Entwurfselemente Sockelbereich aus Bruchsteinmauerwerk, Lochfassade und seinen Abmessungen stimmig in die Reihe der anderen Wohnhäuser am steilen Fuß des Mönchsbergs. Neu war der offensive Umgang mit dem Berg, der durch das zentrale, auch bergseitig belichtete Stiegenhaus bis auf die Straße hinauswirkt. Weitere zeitgenössische Elemente sind der gläserne Aufzug und die Brücke vom obersten Geschoß auf die Gartenterrasse am Berghang.
Teil des Gesamtwettbewerbs Außenraumgestaltung Festspielbezirk 2003 war auch die Gestaltung des Furtwänglerparks. Das Projekt von oneroom sah hier in Ergänzung des neuen Aufgangs zur Aula der Universität die Errichtung eines Pavillons vor. Nach langwierigen Diskussionen ob ein „Hochbau“ in diesem sensiblen Bereich gewünscht ist (Artikel nextroom), entschloss sich die Stadt zu einem neuen Wettbewerb nur den Garten betreffend. Diesen gewannen Karasz/Auböck mit einem starken, klaren und im besten Sinn „simplen“ Konzept. Selbst für den „Kieferpavillon“ wurde ein neuer Standort gefunden, die Mitte des Gartens bleibt wieder unbesetzt.
Der realisierte Torso der Aulatreppe, Teil des Ergebnisses eines Wettbewerbs – der in Verlängerung des Eingangs geplante Pavillon konnte nicht verwirklicht werden - ist architektonisch und funktionell erstaunlich selbständig und in gutem Kontakt mit dem anschließenden, von Auböck/Karasz geplanten, Furtwänglergarten.
Bereits Anfang des 20. Jh. wurde das Erdgeschoß dieses Altstadthauses für die Pustet-Druckerei entscheidend umgebaut. Bei der neuerlichen Umnutzung konnte so manches bauhistorisch wichtige Element wieder zum Vorschein gebracht und durch Zeitgemäßes ergänzt werden. Die Lage an zwei Straßen kommt der einerseits öffentlichen, andererseits inneruniversitären Nutzung entgegen. Von beiden Seiten gern genutztes Bindeglied ist die Lounge im ehemals offenen Gewölbe und der möblierte Innenhof.
Aus einem europaweiten, zweistufigen Wettbewerb gingen die Salzburger Architekten Reiner Kaschl und Heide Mühlfellner als Sieger hervor. Sie entrümpelten die wertvollen Räume, die durch die Nutzung als Amtsgebäude vollkommen verbaut waren, stellten die Räumfolgen des Renaissancebaues wieder her und entwickelten einen konsistenten Museumsrundgang. Mit elegant, und im Detail perfekt gestalteten Elementen wie Eingangsbereich, Stiegenaufgängen, eingeschobenen Nebenräumen bis zu einem "White Cube" für Wechselausstellungen, der unter dem Innenhof liegt, schufen sie die Bedingungen für die zeitgemäße Präsentation der Landessammlungen. Ein wichtiges Element der ursprünglichen Planung, die Überdachung des Innenhofs, wurde nicht verwirklicht.
Aus einem zweistufigen europaweiten Wettbewerb als Siegerprojekt hervorgegangen, bildet der Steg eine elegante Verbindung von linker und rechter Altstadtseite. Die beiden Ufer werden durch eine schwungvolle Konstruktion barrierefrei miteinander verbunden. Die gewählte Hohlprofilkonstruktion mit ihrem fischbauchartigen, sich zu den Ufern hin verjüngenden Querschnitten und die Auflagerung auf einem einzigen, asymmetrisch situierten Flusspfeiler unterstreichen diese dynamische Geste. Der Steg ist ein exzellentes Beispiel für die Symbiose von moderner Architektur und Weltkulturerbe.
Aus einem europaweiten Wettbewerb mit 135 TeilnehmerInnen als Siegerprojekt hervorgegangen, leidet dieses Haus am fehlenden Mut der Auftraggeber, die anstatt eines Neubaus einen Umbau des Bestands bestellt hatten. Die Geschoßhöhen waren dadurch ebenso eingeschränkt wie die flächenmäßige Ausdehnung. In den oberen Geschoßen ist die innenräumliche Qualität, die Wegführung und die auch mit präzisen Details erreichte Atmosphäre auffallend, welche aber bei der symmetrisch ausgebildeten Schaufassade ins Tal der Altstadt nicht nach außen vermittelt wird.
Architektur: Markus Pernthaler, Reinhold Tinchon (1998-2001)
BauherrIn: Chirurgie West Verm.-u. Err.gesmbH
Zugänglichkeit: öffentlich
Erreichbarkeit: Bushaltestelle "Landeskrankenhaus"
Linie 7, 10, 21, 24, 27, 28
Bushlatestelle "Aiglhof/LKH"
Linie 2, 4, 20, 28
Aus einem europaweiten zweistufigen Wettbewerb als Siegerprojekt hervorgegangen, wirkt der Komplex als Einzelbaukörper architektonisch interessant. Die Geste zur Aiglhofkreuzung ist städtebaulich nachvollziehbar und hat der Verdichtung, die mit dem Sparkassengebäude in den 1960er Jahren begonnen wurde, eine qualitätsvolle Richtung gegeben. Dieser Einzelbau hat jedoch nichts mit der ursprünglichen städtebaulichen Struktur des Krankenhauses - den bestimmenden zentralen Flügelbauten zu beiden Seiten der Kirche, die auf Fischer von Erlach zurück gehen und den dadurch gebildeten Freiräumen - zu tun. Bei der Überarbeitung des Erweiterungsbaus wurde das Projekt aus Kostengründen stark vereinfacht und in ein rektanguläres Raster gezwängt. Von gesondertem Interesse sind die in die Architektur integrierten qualitätsvollen zeitgenössischen Kunstwerke, die das „Kunst-am-Bau“-Programm der Landesregierung hier ermöglichte.
Ein Um- und Zubau am nordwestlichen Hang des Mönchsbergs, Teil der Altstadt-Schutzzone, vereint dieses Ensemble klare zeitgenössische Elemente mit liebevoller Renovierung der Bestandsbauten. Die einzelnen Bereiche Geschäft, Bar, Küche, Seminarräume, Innenhof sowie Weinkeller und Gastraum im Berginneren sind abwechslungsreich gestaltet und teilweise spektakulär inszeniert.
Nehmen Sie das Fahrrad und fahren Sie entlang der Glan!
Die Wohnanlage „Oasis“ ist eine belebte und von ihren BewohnerInnen liebevoll gepflegte Siedlung, obwohl sie aufgrund ihrer Andersartigkeit anfänglich Zielscheibe medialer Attacken war. Der Versuch, neue Wege im sozialen Wohnbau zu beschreiten, zeigt sich einerseits in der Verknüpfung unterschiedlicher Wohnungstypen wie mehrgeschossige Reihenhäuser, Single-Wohnungen und Penthouse-Sonderformen. Andererseits wird durch die räumliche Zonierung des Terrains, eine Verbindung der Baukörper mit den Freiräumen hergestellt. Die bemerkenswerte Membranverkleidung der Fassaden verleiht den Baukörpern eine großzügige Leichtigkeit. (IAS)
Salzburg war lange Zeit resistent gegen Fortschritt im Holzbau. Durch restriktive Gesetzgebung eingeschränkt, durch technisch inadäquate Verwendung von Holz abgeschreckt, durch den Bau von „Lederhosen“ in den Tourismusgemeinden auf ein bestimmtes Image festgelegt, hatte der zeitgenössische Holzbau viele Hürden zu überwinden. Mit diesem detailliert geplanten, mehrgeschoßigen Holzwohnbau wurde, erstmals in der Stadt, ein Standard gesetzt. Die Wohnungen öffnen sich zu einem durchgehenden tiefen Wohnbalkon im Südwesten, haben aber auch kleine Wirtschaftsbalkone an der gegenüberliegenden Seite. An der Eingangsfront ist im Erdgeschoß ein allseitig verglaster Gemeinschaftsraum situiert.
Das Gebäude ist der Firmensitz eines Blumen- und Zubehörgroßhandels mit Verkaufshalle und großräumigen Lagerflächen. Die wenigen Belichtungsflächen, die gebraucht werden, sind an seiner hoch aufragenden Nordecke spektakulär zusammengefasst. Dieser Effekt und der architektonische Gegenschwung zum dahinter liegenden Untersberg kommt am besten beim Blick durch das Fenster eines startenden Flugzeugs zur Geltung.
Vor dem Flughafen von Salzburg an der Gemeindegrenze zum architekturabstinenten Wals ist dieses „Konstrukt“ gelandet, eine autarke Autostadt, von der Reparatur über den Showroom bis zur Verwaltung alles unter einem Dach, auf den unteren Ebenen auch befahrbar. Der Bürotrakt hebt sich darüber hinaus und bietet den MitarbeiterInnen ein traumhaftes Panorama. Durch die Lage des Gebäudes an der Schnittstelle zur Gemeinde Wals-Himmelreich wird seine hohe architektonische Qualität zusätzlich betont.
Genau genommen sollte man von Hangar 7 und 8 sprechen, verbunden durch einen Platz, der nur zur Eröffnung für Publikum erlebbar war. Dessen weitläufiges Flair, die ihn auf zwei gegenüberliegenden Seiten begrenzenden angeschnittenen Glasflächen der beiden Hangars und das offene Flugfeld davor bieten ein Raumerlebnis, das man nicht mit „Salzburg“ verbinden würde. Der Hangar 7 als Veranstaltungs- und Ausstellungslocation mit allen dazu gehörigen Attributen geplant, wirkt in seiner Konstruktion zu massiv dimensioniert und durch die eingeschnittenen Glaszylinder in seiner reinen Form gestört. Dies wird besonders sichtbar im Vergleich zum „einfachen“ Hangar 8, in dem Montage- und Wartungsarbeiten am Flugzeugpark durchgeführt werden, der aber leider nicht öffentlich zugänglich ist.
Ein typisches Beispiel von Garstenauers innovativer Gewerbe-Architektur, blieb die Ausstellungshalle seit mehr als vier Jahrzehnten gleichbleibend „modern“. Ein Teil dieses Erfolgs ist die genaue Überlegung der Funktionen, die nie auf eine einzig mögliche festgelegt sind, ein anderer die gewählten Konstruktionsformen, die ihrer Zeit weit voraus waren.
Eines der Projekte bei denen der Bauherr vom Gestaltungsbeirat zu einem Wettbewerb überzeugt werden musste. Zu zementiert war die Sicherheit – wie oft im Gewerbebau - logistisch alles ausgereizt, folglich das Optimum geplant zu haben. Dass die Architekten nicht nur städtebaulich Nachvollziehbares und optisch Spektakuläres lieferten, sondern auch funktional einen neuen und wesentlich verbesserten Betriebsablauf fanden, war für die Bauherrschaft eine große Überraschung. Sehenswert ist nicht nur die „Schau“fassade des Hochregallagers an der Siezenheimerstraße, spannende Einblicke gewinnt man auch an der Seite des Bürotrakts im Westen und in die Umschlaghalle.
An der Innsbrucker Bundesstraße, einer der Ausfallstraßen von Salzburg, ist man mit einem Allerlei an Nutzungen und deren optischen Erscheinungsformen konfrontiert. Dieser Bürobau mit seinem weit auskragenden Vordach, setzt einen besonderen architektonischen Akzent, der für einige an diesem Straßenzug danach verwirklichten Bauten als Vorbild wirkte.
Der Wettbewerb bezog nicht nur das nun bebaute Grundstück, sondern auch die Bereiche auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung und dem anderen Glanufer mit ein. Eine Absicht, die in der Realität leider nicht eingelöst wurde. Für die siegreichen Architekten blieb nur das Grundstück der früheren Feuerwehr von Maxglan, auf dem Wohnungen und Geschäfte situiert wurden. Das nostalgische Bemühen, das kleine alte Feuerwehrgebäude zur Gänze zu erhalten, wirkt aus heutiger Sicht unverständlich, da davon nur mehr die Stirnwand übrig blieb.
Wie ein kleinräumiges, sehr qualitätsvolles Anhängsel der später errichteten, nördlich angrenzenden Siedlung auf dem ehemaligen Höllereisenareal wirkt diese Wohnbebauung. Aufgereiht an einem inneren Erschließungsweg, in den sich kammartig die gläsernen Eingangsbereiche der einzelnen Häuser ins Blickfeld schieben, befinden sich Zeilenbauten und zwei Punkthäuser. Leider wurden bei der Ausführung von den beiden Bauträgern architektonisch wichtige Details verändert.
Die Schulen, die in der ehemaligen Trabantensiedlung Taxham errichtet wurden, liegen versteckt und damit auch von Lärm geschützt, im Innern des Siedlungsgebiets. Die Architekten packten die Erweiterung in Form einer Holzkonstruktion als Aufbau auf die bestehende Turnhalle. Die gewählte Formensprache und der innenräumliche Duktus waren für Salzburg revolutionär. Den Kindern und Jugendlichen werden durch das räumliche Angebot völlig neue, und von Gruppe zu Gruppe gänzlich unterschiedliche Erlebniswelten geboten.
Durch anhaltende Kritik des Gestaltungsbeirates an den vorgelegten Plänen, sahen sich die Betreiber gezwungen ein Gutachterverfahren auszuloben. Fuksas gewann mit einem Konzept, das laut seinen Aussagen die Prinzipien der Salzburger Altstadt nach „indoors“ verpflanzte. In der Realisation wurde vieles wirtschaftlich optimiert, großzügige, abwechslungsreiche und natürlich belichtete Mallflächen blieben dennoch erhalten. Auch die, von einer spektakulären Freiluftrampe erschlossene Parkierungsfläche am Dach und die großzügig dimensionierte, übersichtliche und helle Tiefgarage. Die KundInnen dankten all das mit dem höchsten Quadratmeter-Umsatz weit und breit.
Der Europark I war nach einigen Jahren bereits zu klein geworden. Massimiliano Fuksas gelang das Kunststück, dem markanten Ursprungsbau einen ebenso markanten Neubau anzusetzen, der einerseits innen wie außen mit dem Bestand verschmilzt und andererseits gänzlich anderes Raumerleben bietet: gerundete Plazas und großzügige von oben belichtete Aufweitungen. Die KundInnen danken es mit ungebrochen hohen Umsätzen.
Ein großes filigranes Raumfachwerk bildet das zusammenfassende Dach für die darunter liegende Produktionshalle im Westen und den Bürotrakt im Osten, die sich auch konstruktiv und materialmäßig voneinander unterscheiden. Die von oben belichtete „Mitarbeiterstraße“ an der mächtigen Sichtbetonmauer durchquert das Ensemble und gibt den MitarbeiterInnen der beiden unterschiedlichen Bereiche durch ihre Verbindungsfunktion die Gelegenheit zur informellen Begegnung.
Das Areal der Glockengießerei Oberascher wurde, in stadträumlicher Nähe zu den beiden Modegroßhandelszentren, mit verwandten Betrieben umgenutzt und neu belebt. Der neu errichtete Büroturm ist in der bestehenden, maximal 8m hohen Bestandsbebauung eine wichtige landmark, die den Zugang vom neuen Parkplatz im Süden markiert. Die einzelnen Geschoße waren für die Nutzer frei gestaltbar.
Auf einem in dieser Gegend typischen Einfamilienhaus-Grundstück entstand vollflächig eine als Außen- und Innenraum begeh- und bespielbare Skulptur, die Kinder und Jugendliche mit ihren Bedürfnissen ernst nimmt. Durch die Komplexität der räumlichen Durchbildung ist dieses Bauwerk in Plänen und Fotos nicht zu vermitteln, man muss es gesehen und erlebt haben.
Besichtigen Sie das Haus auch von der Rückseite (Hans-Sachs-Gasse)!
Das Wohn- und Geschäftshaus fügt sich in die spätgründerzeitliche Blockrandbebauung an der Ignaz-Harrer-Straße ein. Die Anlage besteht aus drei Objekten, wobei nur zwei, der leicht nach innen geknickte Trakt an der Ignaz-Harrer-Straße und der Hoftrakt, direkt zusammenhängen. Der dritte Bauteil an der Alois-Stockinger-Straße ist durch ein bestehendes Gebäude im Block getrennt. Mit einer zweischaligen, gläsernen Fassade erweckt das Objekt an der verkehrsbelasteten Hauptstraße die Anmutung eines städtischen Geschäftshauses. Das nordsüdorientierte „Hofhaus” enthält klassische Split-Level-Wohnungen. Der Bauteil an der Stockinger-Straße mit seinen bildet geschwungen Balkonen eine weiche Übergangszone zu den Wohnblocks im Norden.(IAS)
Ein Einfamilienhaus im Süden von Salzburg, das von Lülja Praun für die Familie Sailer, von außen kaum wahrnehmbar, umgebaut wurde. Der Wintergartenzubau war einer der ersten reinen Glasbauten, dessen damalige konstruktive Gewagtheit auch heute noch nachvollziehbar ist.
Einfach und selbstverständlich wird das dreieckige Grundstück an den drei Seiten von Baukörpern besetzt, die untereinander verbunden sind. Blickfänge sind die roten Laubengänge mit ihren offenen Treppen, die die Gleichförmigkeit der Fassaden auflockern. Die gewählten architektonischen Mittel wirken, der Aufgabe angemessen, zeitlos modern.
Der zweite große Wohnbau in der Ära des Gestaltungsbeirats nach der Forellenwegsiedlung, diesmal in dem bereits dicht bebauten Stadtteil Lehen. Die Bebauung reagiert sowohl auf die Blockrandbebauung der Gründerzeit im Süden, als auch auf die offenen und unterschiedlich großen Wohnbauten im Norden. Zwischen zwei viel befahrenen Straßen gelegen, ist die Wohnqualität vor allem durch den ruhigen Innenhof erreicht worden, in den sich die Wohnungen mittels Balkonen öffnen.
65HAK/HASCH I und HAK/HASCH II Salzburg - Generalsanierung und Erweiterung
Johann-Brunauer-Straße 2-4 5020 Salzburg
Architektur: one room huber/meinhart (2004-2007)
BauherrIn: BIG
Der Erweiterungsbau der beiden Schulen schwingt sich mit großer Fernwirkung von Bestand zu Bestand. Er bietet den Schulen städtebaulich architektonische Präsenz an der Salzach. Der neue Trakt wirkt nicht nur durch seinen Innenraum, sondern auch durch die offenen, gedeckten Außenbereiche unter dem Baukörper und durch den entstandenen Innenhof zwischen Neubau und Altbau.
Nach jahrelangem Widerstand stimmten die Verantwortlichen der Forderung des Gestaltungsbeirats nach einem Wettbewerb zu. Im Siegerprojekt reiht sich an einen Erschließungsgang ein Ensemble aus Vierkantern, deren Arbeitsräume zu den Atrien orientiert sind. Ergänzt wird es durch zwei Zeilenbauten für das Studentenheim. Die hohe städtebauliche und architektonische Qualität dieses Projekts waren der Grundstein für die von der Stadt initiierte Studie zur Science City Itzling. Ein Ergebnis war die Verlegung der Schillerstraße an den Bahndamm um ein größeres zusammenhängendes Gebiet zu erhalten, das nun, nach weiteren Projektwettbewerben, bebaut wird.
Architektur: Bétrix & Consolascio, Eric Maier (1993-1995)
BauherrIn: Salzburger Stadtwerke AG
Zugänglichkeit: nur Außenraum
Erreichbarkeit: Haltestelle "Austraße"
Buslinie 6
Um es nicht nur von der Autobahn im Vorbeifahren gesehen zu haben, lohnt es sich, das Gebäude über die Seitenstraßen zu suchen. Einschließlich des Schiebetors ist hier alles von den Architekten bewusst und detailreich gestaltet worden. Auch der Grünraum ist Manifest des architektonischen Verständnisses und bietet mit seinen Stableuchten in den inselartigen Grasbüscheln tags und nachts den stimmigen Rahmen für die expressiven Bauteile von Turbinenhalle und Schornstein.
Architektur: Bétrix & Consolascio, Eric Maier (1993-1995)
BauherrIn: Salzburger Stadtwerke AG
Zugänglichkeit: nur Außenraum
Erreichbarkeit: Haltestelle "Austraße"
Buslinie 6
Die weiteren Ergänzungen zum Kesselhaus und Schornstein sind zurückhaltender gestaltet, seiner Funktion als Energiereserve gerecht werdend. Besonderes Augenmerk wurde auch in diesem Bau auf die Sozialräume und deren Farbgestaltung gelegt.
Architektur: HALLE 1 (2006-2008)
BauherrIn: Diakoniewerk, Hans Myslik GmbH
Zugänglichkeit: Nur Außenraum
Erreichbarkeit: Haltestelle "Äußerer Stein"
Buslinien 3, 5, 6, 7, 8
Aus der Altstadt über den Mozartsteg erreichbar.
Hinter dem Gebäude in der Steingasse eine der ältesten Weinstuben Salzburgs, das Andreas Hofer. Mo-Sa ab 18 Uhr geöffnet.
Auf dem Areal der alten Diakonie gab es neben dem denkmalgeschützten Saulichschlössel auch einen alten Baumbestand zu berücksichtigen. Das neue Ensemble sollte vielseitige Nutzungsmöglichkeiten wie Wohnen, ein Gesundheitszentrum, Büros und eine Cafeteria beinhalten. Im Südosten des sanierten und in seiner Bedeutung gestärkten Ansitzes wurde daher der Neubau so platziert, dass ein Hofraum entstand. Eine Treppe zwischen den beiden Bauteilen stellt nun eine Verbindung zur mittelalterlichen Steingasse her. Nördlich schließt ein länglicher Baukörper an, der den Häusern in dieser Gasse wieder einen direkten Blick auf Hohensalzburg und vor allem mehr Licht und Sonne bringt. (IAS)
Die Wohnanlage ist ein geglücktes Beispiel für eine Nachverdichtung. Große, vormals als Parkplätze genutzte Flächen der Wohnanlage aus den 1970er Jahren wurden bebaut und die Stellplätze in eine neue Großgarage verlegt. Entlang der Moosstraße bilden nunmehr vier leicht versetzte Baukörper einen klaren Abschluss. Ein mit schubladenartig herausgezogenen Balkonen versehener Wohnturm bildet eine signifikante Mitte. Die neuen, größeren Wohneinheiten ergänzen den Kleinwohnungsbestand und fördern so die Durchmischung des Quartiers. Mit diesem klugen städtebaulichen Konzept konnten 83 neue Wohnungen zu äußerst günstigen Bedingungen (Entfall der Grundstückskosten) geschaffen werden. (IAS)
Besuchen Sie die Stadtbibliothek und blicken Sie auf den neuen Spar und Umgebung!
Das Projekt Neue Mitte Lehen ist ein dominantes Stück Architektur, das stadträumlich dem Quartier eine völlig neue Identität verleiht. Der Bauteil West enthält die neue Stadtbibliothek, Geschäfte und die Panoramabar. Im Bauteil Ost wurden 48 Mietwohnungen, ein Seniorentreff, ein Veranstaltungssaal und eine Catering-Einrichtung mit Ausbildungsstätte für behinderte Menschen realisiert.
Die Gesamtanlage ist eine Reminiszenz an das ehemalige Stadion Lehen, bei der die einstige Spielfläche zur grünen Mitte des Stadtteils wird und gleichzeitig die Erinnerung an die Fußballarena bewahrt. Überragt wird die Anlage von einem schrägen Turm mit einer Panoramabar, die auch als zeichenhafte Unterstützung dieser Erinnerung zu werten sind. (IAS)
Architektur: archsolar, Werner Oberholzer (2000-2002)
BauherrIn: Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft, ÖSW Wohnbauvereinigung
Zugänglichkeit: halböffentlich
Erreichbarkeit: Haltestelle "Kuglhof"
Buslinie 27
Die Wohnanlage mit 128 Wohnungen basiert auf einem Masterplan, den One Architecture 1996 entwickelt haben, der so genannten Stieglgründe funktionell und städtebaulich gliedert. Allerdings kann nur die von Schwarzenbacher /Oberholzer geplante Wohnanlage, die 2003 mit dem Landesenergiepreis ausgezeichnet wurde, auch in der Umsetzung überzeugen. Die Wohnungen mit Komfortlüftung und Wärmerückgewinnung werden über eine zentrale Holzpellets-Heizung sowie 380 m2 Sonnenkollektoren thermisch versorgt. Zeilenförmige, viergeschossige Baukörper mit zurückgesetzten Attikageschoßen, die in Nord-Süd-Richtung verlaufen, öffnen sich zum Landschaftsraum im Süden. Ein quer liegender kürzerer Bauteil schließt die Anlage im Norden ab. (IAS)
Die Bebauung des ehemaligen Postareals an der Nordflanke des Bahnhofsvorplatzes schloss eine der offenen Wunden in der Stadt Salzburg. Gezielt gesetzte Hochpunkte – als Gegengewicht zum Hotel Europa an der Südseite des Platzes und den benachbarten „Zyla-Türmen“ – und niedrigere Baukörper bilden ein Ensemble autonomer Objekte: Das zweigeschoßige Einkaufszentrum mit aufgesetztem Hotelbaukörper bildet den Abschluss Richtung Bahnhofsvorplatz. Dahinter ragt der 46 m hohe Glasturm der Gebietskrankenkasse auf. Gegen Osten entlang der Eisenbahn liegen ein Bürogebäude sowie ein sechsgeschoßiger Wohnbau. Während sich die Wohnungen ausschließlich zum Park orientieren, dient die der Bahn zugewandte Ostseite als Pufferzone, mit Laubengängen und bunten, containerartigen Boxen. Sie enthalten den Wohnungen zugeordnete Nebenräume. Das zwischen Wohnbau und GKK ansteigende Gelände wurde nach Plänen von Auböck & Kárász gestaltet. (IAS)
Lackner entwickelt die Struktur des Verwaltungsgebäudes mit den Werkzeugen einer elementaren Geometrie: der segmentbogenförmige Bürotrakt, die Linie der gläsernen Lärmschutzwand und der zylindrische, über eine Brücke mit dem Haupthaus verbundene Annex leben von der Symbolik der reinen Formen. Lackner hat mit diesem Bau ein Bürogebäude als Arbeitsplatz der Zukunft verwirklicht, und hat – vielleicht als erster überhaupt – die Idee des Raumplans im Verwaltungsbau angewendet. Während die Mittelzone mit Erschließung und Nebenräumen eingeschossig ausgeführt sind, erlauben die zweigeschossigen Büros, ein großzügiges Arbeitsambiente und überdies vorzügliche Belüftung und eine blendfreie Belichtung.
Das Gebäude steht seit 2023 unter Denkmalschutz. (IAS)
Gegenüber befindet sich das ARGE-Kulturgelände mit Beisl und Gastgarten. Mo-Fr 9.00-01.00 Uhr Samstag ab 15.00 Uhr
Das Sportzentrum Mitte ist ein Herzstück in der Neugestaltung des Nonntals im Übergang von der Altstadt zum Landschaftsraum Freisaal. Möglich wurde diese großzügige Lösung, zu der die neue kultur- und geisteswissenschaftliche Fakultät und die ARGE Nonntal zählen, durch ein Grundstücks-Revirement. Die Planung des Sportzentrums mit der Turnhalle für die Sport-Union sowie Fußballplatz samt Tribünen des SAK erfolgte nach EU-weitem Wettbewerb durch den Schweizer Andreas Senn. Die Fassaden des hermetischen Blocks der Halle, bestehen aus hellen Betontafeln. Die Belichtung erfolgt über hohe Band- bzw. Dachflächenfenster. „Für 1.500 Schüler/Studenten und über 3.500 SportlerInnen aus 20 Vereinen in allen Altersgruppen entstand so ein echtes Dorado in Bestlage.“ Otto Kapfinger (IAS)
Die „Gusswerk Eventfabrik“ nutzt das unverwechselbare Flair der ehemaligen Glockengießerei Oberascher. Die Industriearchitektur bildete die Klammer für die individuellen Neu- und Umbauten mehrerer Architektenteams, welche mit der Bausubstanz kommunizieren und neue Identitäten transportieren.
Frei in die Stahlbetontragstruktur der alten „Gradierungshalle“ integrierte hobby a. die Ausstellungs- und Bürobox. Abgewrackt bis auf die Stahlbetonstruktur dient diese dem neuen Baukörper als primäres Tragsystem, in das die vom Boden abgehobene Box aus Holztafelelementen mit stirnseitigen Verglasungen eingehängt wurde. Eine halböffentliche, z.T. überdeckte Platzsituation vor dem Haupteingang wurde durch das Abrücken des unteren Baukörpers nach Südosten erzielt. (IAS)
Architektur: Fritz Lorenz (2008)
BauherrIn: Stadt Salzburg Immobilien GmbH
Zugänglichkeit: öffentlich
Erreichbarkeit: Haltestelle Mönchsbergaufzug
Buslinien 1, 4, 8, 22 und 28
Haltestelle Hanuschplatz
Buslinien 20, 21, 24 und 27
Haltestelle Mülln-Altstadt dann 10min Fußweg
S-Bahn Linie S3
Besuch im Café und Museum, Blick vom verglasten Stiegenhaus auf die Salzach und den Vorplatz des Museums
Das Haus der Natur, untergebracht im1699-1726 errichteten Ursulinenkloster Fischers von Erlach, erhielt 2009 zusätzliche Ausstellungsflächen im ehemaligen Museum C. A. aus dem Jahr 1963. Dazu wurden die beiden überaus unterschiedlichen Häuser über eine interne Verbindung und ein neues vollständig verglastes Stiegenhaus mit integriertem Aufzug miteinander verknüpft. Auffälligster Blickfang der Neugestaltung ist ein in geradezu barocken Formen gehaltenes Foyer aus einer frei geformten Betonskulptur mit begehbarer Dachterrasse.
Fritz Lorenz hat entgegen der Empfehlung von Vorstudien den Platz vor der Fassade des Klosters nicht frei gelassen. Der objektive Verlust von Raum, wird durch die funktionelle Bereicherung des Stadtraums aber mehr als kompensiert. (IAS)
Blick von den Dachterrassen auf das Areal, Blick von den Besprechungsboxen ins Grüne
Die Loft-Büros, geplant von Tom Lechner (lp architektur), sind Teil der „Gusswerk Eventfabrik“, die den unverwechselbaren Charakter der stillgelegten Glockengießerei Oberascher nutzt und gleichzeitig als Sinnbild des Übergangs vom Industriezeitalter zur postindustriellen Gesellschaft gedeutet werden kann.
lp architektur rhythmisierte den 115 Meter langen Baukörper durch eingeschnittene Dachterrassen sowie Außentreppen und sicherte den rohen Industriecharakter mit Cortenstahl, Sichtbetonwänden, Ortbetontreppen und unverputzten Betonsteinwänden. Das Gebäude partizipiert am angrenzenden Waldstreifen und definiert einen Straßenraum, an dessen Südende am Rande eines Platzes Lechner auch den Büroturm setzte. (IAS)
Der in Stahlbau ausgeführte dreigeschossige Wohnturm wurde auf die ehemalige Werkstätte aufgesetzt, welche vom planenden Architektenehepaar bereits seit mehr als einem Jahrzehnt als Büro genutzt wird. Die Lechners erfüllten sich auf dem 146 m² Grundstück den Traum vom autarken, urbanen Leben und Arbeiten.
Das Haus setzt mit seinen großzügigen Fassadenöffnungen in der Altstadt auf Kontrast, passt sich aber gleichzeitig mit seiner Oberfläche aus Kalkputz an die umgebenden Häuser an. Jedes Geschoß hat seine Bestimmung, die mit zunehmender Höhe umso privater ausfällt.
Dass im Kellergeschoß neben der hauseigenen Kläranlage samt Trinkwasser-Rückgewinnung ein direkt belichtetes Schwimmbecken Platz findet, grenzt schon an ein Wunder. (IAS)
Erreichbarkeit: Haltestelle Reichenhaller Straße
Buslinien 1,8 und 22
Unter der beeindruckenden, rund 50 m senkrecht aufragenden Felswand des Rainbergs liegt als Kontrast der fragile Glasbau-Würfel. Das Volumen ist hart an den Fels gesetzt und hat an der verschatteten Südseite, ein verglastes Stiegenhaus und einen Lift, die die Felswand zum Erlebnis machen sowie eine massive Außenwand, die selektive Blicke zum Rainberg freigibt.
Der viergeschossige Bau enthält im etwas höheren Erdgeschoss eine Kunstgalerie, in den übrigen Geschossen Büros.
In die bündige Stahl-Glasfassade, mit regalartig gestalteten Brüstungszonen aus Eichenholz, sind die Metallelemente der Fensterflügel rhythmisch eingebunden. Diese äußere Gliederung bildet die innere Struktur ab, in der im Abstand von 1,25 m Bürotrennwände eingefügt werden können. (IAS)
Architektur: Hansjürg Zeitler (2004)
BauherrIn: BIG
Zugänglichkeit: öffentlich
Erreichbarkeit: Haltestelle Justizgebäude
Buslinien 5 und 25
Haltestelle Künstlerhaus
Buslinien 3, 6 und 8
Das auf Anregung des Gestaltungsbeirats aus einem Gutachterverfahren mit internationaler Beteiligung (durchgeführt 1993) siegreiche Projekt, hat drei Schulen (BGN, WRG und BORG) entflochten und substanziell weiter entwickelt. 40 Jahre zuvor hatten Wilhelm Hubatsch und Hans Riedl die Klassentrakte an die ruhige Allee gerückt und den Pausenhof an die damals noch kaum befahrene Hellbrunner Straße gelegt. Dort platzierte Zeitler nun die Turnhallen als begleitende Schallschutzmauern, welche unterirdisch von allen Schulen zugänglich sind und deren begehbare Dächer Teil des attraktiven Pausenhofs wurden. Vergrößerte Foyers, im Bestand ergänzte Klassentrakte, großzügig breite, helle Aufenthaltsbereiche und das ausgebaute Dachgeschoss sind auf besonnene Art und Weise im Bestand harmonisch eingefügt. Alle Schulen nutzen die Bibliothek und die Gemeinschaftsräume im mehrgeschossigen Annexbau. (IAS)
Für Doris und Ralph Thut sind weder die materiellen Werte der Baustruktur, noch deren ästhetische Gestaltung qualitätsbildend, sondern der „Grad an räumlicher Organisation“. Die Kammstruktur der Wohnanlage bietet halböffentliche und öffentliche Bereiche und sichert dennoch die Privatsphäre in den 77 geförderten Einheiten. So finden sich am zur Straße orientierten, überdachten Vorplatz Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschraum und Fahrradständer. Über Stiegen an einer gemeinschaftlichen Terrasse vorbei erschließen breite, teilweise als Balkon genutzte Laubengänge die drei Wohnzeilen mit Maisonetten mit geräumigen Dachterrassen. Die Wohnhöfe werden durch eine Wegachse verbunden, während sich attraktive Freiräume und ein Spielplatz zum angrenzenden Grüngürtel öffnen. (IAS)
Georg W. Reinbergs Wohnanlage mit 61 Wohnungen ist einer der Vorreiter für energieoptimiertes Bauen in Salzburg. Symbolisiert wird das Thema mit dem markanten 100.000 Liter-Speicher beim Entrée zur Siedlung. Die vier südorientierten, jeweils unterschiedlich gestalteten Zeilen öffnen sich im Westen zur Moorlandschaft und sind für die passive Solarnutzung optimiert. Am Dach der nördlichsten Zeile befindet sich eine 410 m2 Kollektorfläche, die ein Drittel der Energie für Heizung und Warmwasser liefert. Die Restwärme wird mit einem Gasbrennwertkessel erzeugt. Zudem setzte man auf kontrollierte Wohnraumlüftung mit im Wintergarten vorgewärmter Luft, Grasdächer zur Regenwasserrückhaltung, Sickermulden, Eigenkompostierung und hohe Wärmedämmung. (IAS)
Zugänglichkeit: Halböffentlich, Milchladen von 6.30-15 Uhr
Erreichbarkeit: Haltestelle "Erzherzog Eugen Straße"
Buslinie 6
Fahren Sie mit der Lokalbahn vorbei!
Der Neubau des Hochregallagers für den wachsenden Molkereibetrieb ist ein städtebauliches und logistisches Bravourstück. Errichtet wurde das Objekt auf einer Freifläche, die durch den neuen Trassenverlauf der Schillerstraße entstand. Durch die konvexe, teiltransparente Fassade aus Aluminium – gestaltet vom Künstler Peter Sandbichler – gelingt es spielerisch die enorme Dimension des Gebäudes zu verbergen. Kernpunkt des Konzeptes war es, Signale der Aufgeschlossenheit und Transparenz nach außen zu senden und dennoch die lärm- und geruchsintensiven Produktionsabläufe von der Umgebung abzuschirmen. (IAS)
Eingebettet in ein städtisches Umfeld aus Universität, Alleebäumen und Eschenbach ist ein Haus für Senioren mit 39 Wohneinheiten entstanden. Der bestehende Lindenbaum bildet dabei den gestalterischen Mittelpunkt der Anlage. Alle Appartements (15 Zwei- und 24 Einzimmerwohnungen) sind barrierefrei, rollstuhlgerecht und pflegetauglich.
Die großzügigen Innen- und Außenräume sind qualitativ hochwertig gestaltet und ausgeführt. Das Haus ist in Passivbauweise errichtet und sowohl ökologisch als auch hinsichtlich der Betriebskosten optimiert.
(IAS)
Architektur: Harry Dobrzanski, Hannes Krauss (2005-2006)
BauherrIn: Stadt Salzburg, BMNT, Land Salzburg
Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen laden bereits zum Verweilen auf den Holzplattformen ein!
Die Stadtgemeinde entwickelte für den Elisabethkai ein alternatives Konzept, das den geforderten Hochwasserschutz mit einer durchdachten Gestaltung des öffentlichen Raums verbindet. Die bis zu 80 cm hohen Schutzwände sind immer wieder unterbrochen, werden zwischen dem alten Baumbestand am Kai vor- und zurückspringend geführt, sodass eine harte Uferkante vermieden wurde. Die charakteristische, landschaftliche Anmutung des Flussraums, der sich als grünes Band durch die Stadt zieht, konnte so erhalten werden. (IAS)
Architektur: HALLE 1 (2004-2009)
BauherrIn: ÖBB-Infrastruktur AG
Zugänglichkeit: öffentlich
Erreichbarkeit: Haltestelle "Mülln"
S-Bahn
Gehen Sie zu Fuß über die Brücke!
Der Neubau der Eisenbahnbrücke wurde durch die Errichtung eines zusätzlichen Gleiskörpers für die neue S-Bahntrasse erforderlich. Die fischbauchartigen Körper der Zwillingsbrücke sowie das dritte Gleis für die S-Bahntrasse ruhen auf eigenen, Brückenpfeilern mit ellipsenförmigen Querschnitten. Zwischen den beiden Brückenelementen ist ein Fußgängersteg als zusätzliche Verbindung zwischen dem Stadtteil Mülln und dem rechten Flussufer eingehängt.
Die plastisch geformten Elemente wie Pfeiler, Widerlager, Tragstruktur und Brüstung verleihen der Brücke einen kraftvoll-dynamischen Charakter. Sie wirkt körperhaft, kräftig, zugleich aber weich und fließend. Die großzügigen Spannweiten mit den distant zum Ufer gesetzten Landpfeilern geben dem Flussbett Raum, der kontinuierliche Verlauf der Uferböschungen bleibt sichtbar.
(IAS)
Als der landeseigene Energieversorger SAFE ein neues, zentrales Verwaltungsgebäude, das sämtliche im Laufe der Zeit entstandenen Standorte in sich vereinen sollte, boten Umlandgemeinden günstige Grundstücke an. Wilhelm Holzbauer rettete das Projekt für die Stadt nicht zuletzt mit dem Schachzug, einen Teil des Grundstücks als Stadtteilpark zu reservieren, sodass ohne Anrainerproteste das Vorhaben in Rekordzeit umgesetzt werden konnte.
Das mächtige dreigeschoßige rund 100 mal 100 m messende Gebäude ist an der Südecke aufgebrochen. Der Vierkanter wird über die aus Glasbausteinen gefügte Rotunde erschlossen. Diese und andere sehr üppige Gestaltungselemente, wie Wasserbecken und künstlicher Wasserfall im Außenraum, stehen die überaus ökonomischen Grundrisse der Bürotrakte gegenüber. (IAS)
Erreichbarkeit: Haltestelle "Valkenauerstraße" oder "Ursulinen"
Buslinie 7
Die Wohnanlage Sonnenpark liegt am Rande eines der letzten großen Grünräume im Süden Salzburgs. Daher war es der Stadt ein Anliegen, dass hier ein energieeffizientes, architektonisch anspruchsvolles Projekt umgesetzt wird. Sechs abgetreppte, mit der Stirnseite zum Grünraum gerichtete Baukörper bilden einen signifikanten Blickfang. Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung aller Wohnungen, ein aus Biomasse gespeisten Fernwärmeanschluss und die Nutzung des passiven Wärmeeintrags bilden ein optimiertes energetisches Paket. Ein weiterer Pluspunkt: Die Renaturierung des Fagerbaches. (IAS)
Mit dem Rücken zur Lokalbahn gewandt, besitzt der stattliche Fünfgeschoßer nach Westen breite Wohnbalkone. Der straff organisierte Bau wird über drei Stiegenhäuser erschlossen, an die pro Geschoß fünf Wohnungen anliegen. Im Fassadenbild sind diese Treppenbereiche als durchgängige verglaste Zonen ablesbar. Aufgrund des nachhaltigen Gebäudekonzepts (Niedrigenergiestandard, kontrollierte Wohnraumlüftung, Regenwassernutzung, große Kollektorflächen) erhielt das Objekt 2007 den Landesenergiepreis. (IAS)
Architektur: Ernst Hoffmann (1993)
BauherrIn: Alpha- Sparkasse Salzburg Grundstücksverwaltungs GmbH
Zugänglichkeit: nur Außenraum
Erreichbarkeit: Haltestelle Eichetstraße
Buslinie 1 und 8
Besichtigung des Gebäudes beim Flanieren entlang der Glan
Der langgestreckte, zweigeschoßige Baukörper mit zurückgesetztem Attikageschoß und sanftem Knick in der Gebäudemitte folgt dem Verlauf des Glanbachs. Insgesamt 19 seriell angeordnete Garagentore gliedern die massive, mit Betonsteinen verkleidete Fassade der Fahrzeughalle. Auf diesem Sockelgeschoß ruhen – optisch leichter – die verglasten Funktionsbereiche. Diese werden über einen zweigeschoßigen Eingangsbereich erschlossen. Auf dem im Westen liegenden Hofbereich des dreieckigen Grundstücks findet sich noch ein Servicetrakt mit dem obligaten Schlauchturm, dem für Übungszwecke eine Hausfassade vorgeblendet ist. (IAS)
Spaziergang aus der Altstadt zum Gebäude über Freisaal und Naturwissenschaftliche Fakultät
Das Objekt greift die Bebauungsstruktur des Quartiers aus den 1960er Jahren mit seinen mehrgeschoßigen, in offener Bauweise errichteten Wohnblocks auf, fügt sich also ein und lässt diese inhaltlich doch hinter sich. Der langgezogene Riegel erlaubt durch seine durchgehende Schottenstruktur größtmögliche Variabilität, sodass die durchgespannten, ost-westorientierten Zweispänner-Typen mit verschiedenen Grundrisslösungen angeboten werden. Bandfenster an der Ostseite und raumbreite, geschoßhohe Öffnungen im Westen zeichnen das konstruktive Konzept dieser Struktur nach.
Die Erdgeschoßzone als kritische Schnittstelle zwischen Privatem und Öffentlichem wurde gegenüber dem Straßenniveau angehoben um mehr Intimität zu schaffen. Zum selben Zweck wurde die zugehörige Grünfläche mit Obstgarten erhöht. (IAS)
Erreichbarkeit: Zugang von Osten:
Haltestelle Aiglhof S-Bahn
Buslinie 4
Haltestelle Aiglhof/LKH
Buslinie 2, 4, 20 und 28
Haltestelle Körblleitengasse
Buslinie 1
Haltestelle Aiglhof dann 5min Fußweg
S-Bahn Linie S3
Zugang von Süden:
Haltstelle Hans-Schmid-Platz
Buslinie 1, 2, 20, 28
Das Siegerprojekt eines öffentlichen Wettbewerbes aus dem Jahr 1988 bietet Raum für 175 geförderte Wohnungen in zwei unterschiedlichen Bebauungsstrukturen.
Das südlich gelegene Ensemble schließt auch ein Tageszentrum mit Sozialstation, Gemeinschafts- und Therapieräumen ein. Die im nördlichen Teil des Areals gelegene viergeschoßige Bebauungsstruktur zieht sich in einer Kurve entlang des Bahndamms und öffnet sich zum landschaftlich bemerkenswerten Grünraum mit dem mäandrierenden Mühlbach in Richtung Süden. Durch Integration dieser vorhandenen Freiraumqualität erhielt die Anlage einen gartenstadtartigen Charakter.
Der Schallschutz zur Bahn spiegelt sich im Querschnitt und den vorgelagerten Garagen, deren begehbare Dächer als begrünte Freiräume und zur Erschließung des Hauptgebäudes dienen, wider.
(IAS)
Kurz nach der Ausdehnung des Altstadterhaltungsgebietes auf das gründerzeitlich strukturierte Andräviertel entstand dieser Neubau. Er strafte all jene Lügen, die vermuteten, dass in dieser Zone ab dato kein modernes Bauen mehr möglich wäre. Das Gebäude gliedert sich in einen auf dünnen Stelzen ruhenden, verglasten Baukörper mit der Betriebskantine und dem darüber ansetzenden, an der Stirnseite nahezu geschlossenen, viergeschossigen Bürotrakt. Die Verbindung zum Bestandsbau ist als Übergriff (Umarmung) konzipiert, die in der um ca. 35 cm erhöhten Breite des Neubaus ersichtlich wird. Durch den Neubau wurde auch das ebenfalls von der Versicherung genutzte Gründerzeithaus auf der nördlichen Straßenseite (Markus-Sittikus-Str. 5), das man zunächst massiv erweitern wollte, in seiner Substanz gerettet. (IAS)
Die Siedlung für rund 1000 Menschen markiert den Beginn der so genannten „Architekturreform“. Bevor sie national und international als Modellprojekt ausgezeichnet wurde, hatten sie Lokalpolitik und Wohnbaugenossenschaften vehement bekämpft. Der Kölner Architekt Oswald Matthias Ungers wollte auf dem peripheren Bauplatz mit Gassen, Plätzen, Höfen und Torsituation die Raumformen der Salzburger Altstadt zeitgemäß interpretierten. Ungers modifizierte sein Siegerprojekt zum Masterplan und teilte sich mit den anderen sieben Gutachtern die Planung für insgesamt 304 Wohnungen. Das beschränkte Einzugsgebiet ermöglichte nur Nahversorger wie Bäckerei, Trafik und Friseur am „Stadtplatz“. Dort eröffnete 1989 auch Salzburgs erstes Bewohnerservice, das kulturelle und soziale Aktivitäten unterstützte, und u.a. auch zum hohen Identitätswert des unverwechselbaren Ensembles mit seinen beachtlichen freiräumlichen Qualitäten beiträgt. (IAS)
Nach einem umstrittenen Vorgängerprojekt des Tessiner Architekten Ivano Gianola mit vierseitiger Bebauung fand Franz Riepl – vom Gestaltungsbeirat begleitet – eine architektonisch sehr kultivierte Alternative. Diese steht in größerem städtebaulichen Zusammenhang, indem Riepl den vorhandenen zentralen Grünstreifen aufnahm und straßenbegleitend die zweihüftige Büro- und die Wohnzeile mit 18 Einheiten salzachseitig situierte. Das Einzelhaus dazwischen mit offenem, gemeinschaftlichen Erdgeschoß vermittelt zu den Einzelhäusern und schließt den Hof ab. (IAS)
Architektur: Gerhard Zobl (1980)
BauherrIn: Kammer für Arbeiter und Angestellte
Zugänglichkeit: halböffentlich
Erreichbarkeit: Ca. 5 Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt.
Haltestelle "Erzherzog-Eugen-Straße"
Buslinie 6
Die kaskadenartige, stark gegliederte drei- bis viergeschossige Anlage diente ursprünglich als Mädchenwohnheim, Jugend- und Veranstaltungszentrum. Heute wird das Haus als Kongresshotel genutzt. Aus einem strengen Raster heraus entwickelt, erfolgt der Dialog mit der Stadt nicht durch Übernahme oder Antizipation verwandter, sondern durch Verwendung elementarer Formen. Das bestimmende Maß ist ein ans Quadrat angenähertes Modul, das in der Form der Loggien, der Brüstungen, der Deckenstrukturen und der Einrichtung wiederkehrt. Das Objekt steht an einer epochalen Schwelle, knapp bevor die Irrungen der Postmoderne Salzburg heimsuchten. Eine geplante Erweiterung für ein Knabenheim kam nie zur Ausführung (IAS).
In der Nähe befindet sich die introvertierte Atriumwohnanlage Zentrum Gneis aus dem Jahr 1975 (Bushaltestelle Dossenweg).
Auf Veranlassung des Frauenbüros der Stadt Salzburg wurde 1996 ein Wettbewerb ausgelobt, mit dem Ziel der Errichtung eines frauenspezifischen Wohnbaus. Von den ursprünglichen Anliegen mussten im Zuge der Umsetzung immer mehr Abstriche gemacht werden. So entstand im straßenseitigen Langhaus (Kaschl/Mühlfellner, die östlich gelegen drei punktförmigen Wohnhäuser plante Ursula Spannberger) statt 60 Wohnungen ein „Gesundheitszentrum“. Gestrichen wurden auch die als zentrale Inhalte des Frauenwohnprojekts angesehenen Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschküche, Bügelraum, Kinderspielraum im Dachgeschoss. Dieses Scheitern in Bezug auf die politischen Inhalte des Projekts schmälert aber nicht die architektonische Leistung. (IAS)
Architektur: HALLE 1 (1996-1997)
BauherrIn: P & B Bauträger und Projektentwicklungs GesmbH
L.-Steinwender-Weg 11, Hakenhaus (1961) von Sepp Ullrich: Eingeschoßiges Musterhaus als „kostengünstiges Eigenheim für den Arbeitnehmer“
Die zweigeschoßige winkelförmige Anlage, im programmatischen Weiß der klassischen Moderne gehalten, setzt sich aus drei Bauteilen zusammen. Durch diese Gliederung fügt sich Anlage gut in Umgebung, zumeist Einfamilienhäuser, ein, und schafft überdies den Übergang vom dörflich strukturierten Alt-Maxglan hin zur grobkörnigen Struktur des nordwestlich gelegenen Gewerbegebiets. Sämtliche Wohnungen verfügen mit ihren großzügigen Gartenanteilen und Dachterrassen über jene Qualitäten, die für ein urbanes Wohnen heute unerlässlich sind.
Seit der Errichtung dieser relativ kleinen Anlage entstanden in der
Umgebung (etwa nördlich der Kleßheimer Allee) Wohnblocks, welche die Maßstäblichkeit dieses Objekts, insbesondere das ausgewogene Verhältnis von Bebauungsdichte und Freiräumen, leider vermissen lassen. (IAS)
Eich- und Vermessungsamt, ein Frühwerk von Wilhelm Holzbauer aus dem Jahr 1973 (Georg-Wagner-Gasse 8)
Das rund zwei Hektar große Areal des einstigen Obst- und Gemüsegartens beim Gutshof des altehrwürdigen Frauenstiftes Nonnberg, daher leitet sich auch der blumige Marketingname „Wohnen im Pardiesgarten“ ab, lag über Jahrhunderte verborgen hinter hohen Einfriedungen. Nur im Nordwesten blieb ein Rest als ein abgezäunter Freibereich erhalten. Beim Wettbewerb 2005 standen daher die Architekten vor der schwierigen Aufgabe die Bebauungsdichte von ca. 1,15 zu meistern, was dazu verführte bis zu 6-geschossige Baukörper vorzuschlagen. Das Siegerprojekt nahm dagegen die villenartige, offene Bebauungsstruktur im äußeren Nonntal auf, gruppiert die Bauten um einen Hof und schottet die Anlage mit einem länglichen Baukörper zur stark frequentierten Nonntaler Hauptstraße ab (IAS).
Erreichbarkeit: Haltestelle "Baron-Schwarz-Park"
Buslinien 21, 120
dann ca. 8-10 Minuten zu Fuß
Direkt am wunderschönen Baron-Schwarz-Park liegt der Komplex der Heinrich-Salfenauer-Volksschule mit Kindergarten (1979) von Gerhard, Engelbert und Hertha A. Zobl. Die Anlage wurde 2010 leider unsachgemäß saniert.
Die Reihenhausanlage mit elf Einheiten gliedert sich in eine Gruppe von sechs und eine von fünf Häusern, die durch ihre markante Südfront einen unverwechselbaren Charakter erhalten. Helmuth
Freund, dessen hohes Maß an Erfahrung im Wohnbau hier
zum Tragen kommt, hat lange vor dem Sonnenkollektoren-Boom und zu einer Zeit als so mancher beim Zeichnen von Säulchen nicht genug bekommen konnte, ein Statement für solares Bauen gesetzt. Die im Schnitt stark gegliederten Reihenhäuser bieten ein hohes Maß an individuell nutzbaren (Frei-)räumen, Wintergarten inklusive; über einen Lichthof im 1. OG werden die rückwärtigen Wohnräume, und der darunter liegende Erdgeschossbereich optimal belichtet. (IAS)
Erreichbarkeit: Haltestelle "Baron-Schwarz-Park"
Buslinien 21, 120
dann ca. 8-10 Minuten zu Fuß
Direkt am wunderschönen Baron-Schwarz-Park liegt der Komplex der Heinrich-Salfenauer-Volksschule mit Kindergarten (1979) von Gerhard, Engelbert und Hertha A. Zobl. Die Anlage wurde 2010 leider unsachgemäß saniert.
„Awilda“ – Skulptur des katalanischen Bildhauers Jaume Plensa (Dietrichsruh) und weitere Marmorskulpturen im Hof des Toskanatrakts
Durch die Adaptierung des Toskanatrakts der ehemals fürsterzbischöflichen Residenz für die Zwecke der Juridischen Fakultät, wurde ein architektur- und kunsthistorisches Juwel wieder entdeckt. Unter Wolf Dietrich von 1605-11 errichtet und von seinem Nachfolger Marcus Sitticus vollendet, befand sich hier zuletzt (bis 1985) die Bundespolizeidirektion Salzburg. Längst vergessene Schätze, wie die Landkartengalerie, kamen erst im Zuge der Adaptierung wieder zum Vorschein und geben Einblick in die Lebenswelt der Renaissancefürsten auf dem Salzburger Bischofsstuhl. Das auf Otto Prossinger zurückgehende Konzept der Altstadtuniversität (im Gegensatz zu ursprünglich von Roland Rainer geplanten Campus-Uni) hat hier zweifelsfrei einen ihrer Höhepunkte. (IAS)
Besichtigen Sie auch die Sportanlagen des Sportzentrums Mitte, im Lokal der ARGE Kultur kann man im Sommer auf der Terrasse gepflegt essen & trinken.
Der Neubau ersetzt die in den 1970er Jahren errichteten provisorischen Institutsbauten an der Akademiestraße. Nach deren Abbruch wird der Landschaftsraum von Freisaal wieder tief in die Stadt hereingeführt. Die kompakte Großform unterstreicht diesen Bezug, indem das Bodenniveau frei gespielt wird, sodass die Landschaft gleichsam durchs Gebäude fließt.
Im Kontext zu den Schulbauten im Norden und der biedermeierlichen Berchtoldvilla bildet sich ein Platzraum, von dem aus Kloster Nonnberg und Festung pittoresk in Szene gesetzt werden. Das Objekt setzt somit nicht bloß einen architektonischen Akzent, sondern bietet eine städtebauliche Definition für das gesamte Quartiers. (IAS)
Erreichbarkeit: Haltestelle "Bildungshaus St. Virgil", Buslinie 7
Dann eine halbe Stunde zu Fuß.
Haus Gänsbrunn, 1960, Gänsbrunnstr. 10. Ein weiterer Paradebeitrag Gerhard Garstenauers zur Wohnhaus-Architektur der Moderne.
Zweifellos eines der besten je in Österreich gebauten Holzwohnhäuser, das seit 2011 auch unter Denkmalschutz steht. Garstenauer bettet das Haus einfühlsam in das leicht abfallende Terrain ein. Im Inneren staffelt er die Räume und Raumgruppen, die durch Treppen voneinander getrennt sind, so dass der natürlichen Geländerverlauf nicht nur spürbar bleibt, sondern zum Strukturprinzip des Hauses wird. Garstenauer verwendete bis hin zur Einrichtung borsalzimprägnierte Lärche massiv oder brettschichtverleimt.
Durch das weit auskragende Pultdach, es bildet wiederum die Hangneigung ab, wird der Holzständerbau geschützt. Garstenauer schuf mit diesem Entwurf eine Art alpines Prärie-House, dessen einziges Manko ist, dass es keine Nachfolger gefunden hat. (IAS)
Hofstallgasse, Max Reinhardt Platz und Furtwänglergarten, drei Stadträume im Salzburger Festspielbezirk, die seit langem ohne Raumdefinition ineinander flossen. In einem Wettbewerb gewann oneroom deren Planung inklusive neuen Aufgangs in die Aula der Universität. Während die Gestaltung des Parks einen neuerlichen Wettbewerb unter FreiraumplanerInnen (siehe unter Furtwänglergarten) durchlaufen musste, wird der restliche Straßenraum des Max Reinhardt Platzes in nächster Zeit entsprechend dem Wettbewerbsprojekt wie die Hofstallgasse mit ockerfärbigem Asphalt und Lichtbändern gestaltet.
Architektur: Philip Lutz, cp architektur (2000)
BauherrIn: Familie Steger
Ein besonderes architektonisches Kleinod ist diese Ergänzung einer typischen „Kai-Villa“ aus den 1870er Jahren. Durch die Art der Konstruktion können die metall-gerahmten Fensterflügel nacheinander zur Gänze nach außen aufgeklappt werden und bieten den Eindruck von im Wind flatternden Gardinen, die im Augenblick erstarrt sind.
Architektur: Pichler & Traupmann (2002-2003)
BauherrIn: Helmut Fischer, Ina Stegen
Auf einem Traum- aber doch scheinbar unbebaubaren - Grundstück am steilen Fuß des Gaisbergs gelegen, besticht dieses luxuriöse Wohnhaus für 2 Personen durch sein komplexes räumliches Konzept, das sämtliche Vorteile der Lage nützt und scheinbare Nachteile gekonnt ins Gegenteil verkehrt.
Architektur: Franz Fonatsch, Otto Prossinger, Martin Windisch, Kaschl - Mühlfellner Architekten (1993)
BauherrIn: Republik Österreich
Zugänglichkeit: öffentlich
Erreichbarkeit: Fußgängerzone Altstadt Salzburg
Besichtigen Sie in die Innenhöfe!
Einer der Kernbereiche der Altstadtuniversität sind die drei Kapitelhäuser entlang der gleichnamigen Gasse, die die städtebaulichen Intentionen Wolf Dietrichs bewahrt. Aufbauend auf den ersten Initiativprojekten (Prossinger 1978) wurden die Renaissancepalais´ über einen in sich dynamischen, fast zwei Jahrzehnte währenden Planungs- und Bauprozess für teils repräsentative Zwecke der Universität (u.a. Rektorat) adaptiert. Insgesamt haben drei Architekturbüros (Prossinger/Windisch, Kapitelgasse 4), Fonatsch (Firmian-Salm-Haus) sowie Kaschl/Mühlfellner (ehem. Domdechantei, Kaigasse 12) zur Umsetzung dieses zentralen Bausteins der Altstadtuni beigetragen. Dem kunsthistorischen Rang der Gebäude entsprechend, wurden moderne Elemente nur sehr zurückhaltend, etwa beim Zugang für den neu geschaffenen unterirdischen Hörsaal (im Hof Kapitelgasse 4) oder bei der Bibliothek im Firmian-Salm-H. eingesetzt. (IAS)
Architektur: Adolf Krischanitz, Ernst Hoffmann, Mark Mack, lankmayer staebner wieser architektur, Schwarzenbacher Architektur (2000)
BauherrIn: Fürst Developements GmbH
Zentrum der Anlage ist der in seiner Bausubstanz auf das Jahr 1792 zurückreichende Fondachhof. Das biedermeierliche, 1949 in seine heutige Form gebrachte Schlössl lag in einem weitläufigen Park, der allerdings seit 1960 als Bauland gewidmet war. Als 1995 ein Gutachterverfahren für die Bebauung des rd. 2,5 ha großen Areals durchgeführt wurde, konzentrierte der Tessiner Architekt Luigi Snozzi in seinem siegreichen Vorschlag die angestrebte Nutzfläche in einem 16-stöckigen Hochhaus. Diesem utopischen Appell den historischen Park nicht zu verbauen, folgte schließlich die gebaute Realität, die sich in der Kompromissformel einer lockeren Assemblage aus Zeilen (Ernst Hoffmann), Stadtvillen (Mark Mack), einem fünfgeschossigen Turmblock in schwarzem Basalt (Adolf Krischanitz) und einem viergeschossigen, quer zum Landschaftsfluss liegenden Mehrfamilienhaus („van Tach“) manifestiert.(IAS)
110Höhere Technische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt (HTBLuVA) Salzburg, Sanierung und Erweiterung
Itzlinger Hauptstraße 30 5020 Salzburg
Architektur: Kleboth und Dollnig (2012)
BauherrIn: BIG
Kunst am Bau: Werke von Fritz Panzer, Sonia Leimer und Stephen Mathewson
Mit der Erweiterung wird die bestehende Schule auf spektakuläre Weise im Straßenraum verankert: Durch die weit auskragende Aufstockung entsteht ein räumlich gefasster öffentlicher Platz, der als Bindeglied zwischen Schule und Stadt fungiert. Der Zu- und Umbau verschafft dabei nicht nur zusätzlichen Raum, sondern auch eine zeitgemäße Atmosphäre. Ein spannendes Farb- und Lichtkonzept, Bereiche für offenes Lernen und neue Unterrichtsformen sowie die differenziert gestalteten Außenräume bieten den Nutzern innovative Lehr- und Aufenthaltssituationen. Stromgewinnung durch Photovoltaik, kontrollierte Klassenraumlüftungen und die wärmetechnisch optimierte Fassade ergänzen die weitreichende Erneuerung. (IAS)
Kunst am Bau: Barbara Musil und Astrid Hager: „Reality Check - formale Strukturen und gesellschaftliche Verwebungen“
Moira Zoitl: „Justitia individuell“
2002 war mit der 1. Bauetappe die Adaptierung der 80 Jahre alten, ehemaligen Polizeikaserne Wunibald Deiningers für die Zwecke des Bezirksgerichts eingeleitet worden. Acht Jahre später ist mit dem Abschluss der 2. Bauetappe die jahrzehntelange Zersplitterung des Bezirksgerichts beendet. Herzstück ist die neue, gläserne Eingangshalle im Innenhof. Über sie werden sämtliche Gebäudeteile durch ein horizontales und vertikales Erschließungssystem miteinander verknüpft.
Der noch original erhaltene Haupteingang mit seiner noblen Täfelung aus schwarz-grauem Wachauer Marmor wurde restauriert. Sein farblicher Akzent zieht sich als Gestaltungselement durch das gesamte Haus. Differenziert wurden die Hoffassaden behandelt, die die Spannweite von funktionaler Anforderung und restauratorischem Anspruch gekonnt vereinen. (IAS)
Kunst am Bau: Barbara Musil und Astrid Hager: „Reality Check - formale Strukturen und gesellschaftliche Verwebungen“
Moira Zoitl: „Justitia individuell“
Am besten zu besichtigen bei einer Aufführung im Rahmen der Salzburger Festspiele!
Das erste mobile Dach für die Felsenreitschule wurde 1969 nach dem Prinzip einer ausziehbaren Plane von Clemens Holzmeister entworfen. Diese Konstruktion erfüllte nicht mehr die Anforderungen für einen zeitgemäßen Spielbetrieb. Nach nur neun Monaten Bauzeit, also ohne Ausfall einer Spielsaison, wurde die neue mobile Konstruktion, bestehend aus fünf Teleskopträgern, zwei fixen Randträgern und drei verschiebbaren Dachelementen, Realität. Als Antriebsart für das Aus- bzw. Einfahren der Teleskoparme wurde eine genial einfache Technik gewählt, die den gesamten Schließvorgang in weniger als zehn Minuten bewältigt. Die neue Konstruktion ist wintertauglich, sodass die Naturbühne erstmals ganzjährig genutzt werden kann. (IAS)
Architektur: Joachim Schürmann (2000)
BauherrIn: Salzburger Stadtwerke AG, Stadt Salzburg
Zugänglichkeit: öffentlich
Erreichbarkeit: Verkehrsknoten für faktisch sämtliche Buslinien (städtische und Regionalbusse), Lokalbahn und ÖBB
Vom Dachcafé des Hotel Europa hat man den besten Überblick über das Areal und zudem einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt.
Ziel des 1986 durchgeführten internationalen Architektenwettbewerbs war die Neugestaltung des gesamten Bahnhofsviertels. Vom Schürmannschen Projekt blieb lediglich die Tieferlegung des Lokalbahnhofs, mit angrenzenden PKW- und Fahrradgaragen, sowie die Gestaltung des 130 x 130 m großen Bahnhofsvorplatzes. Die Hochbauten wie auch die Verlegung der Busterminals unter der Gleiskörper der Bahn unterblieben.
Schürmann teilte das unübersichtlich Areal in einen großzügigen steinernen Platz mit Bänken und Brunnen unmittelbar vor dem Bahnhof sowie – als optischer Filter gegenüber den Nachkriegs-Wohnblöcken mit Geschäften und Lokalen – in ein in strengen Reihen gesetzten Buchenhain. Hierin befindet sich auch das von Heimo Zobernig/one room entworfene Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus (2002). Der unterirdisch liegende, elegante Lokalbahnhof ist ein zentraler Baustein in der Aufwertung dieses wichtigen Verkehrsmittels. (IAS)
Der Entwurf für diese 24 Wohneinheiten umfassende Wohnanlage ging aus einem 2006 durchgeführten Wettbewerb hervor. Das Siegerprojekt von Wilhelm Lankmayer, Michael Wieser und Walter Cernek verschafft der heterogenen Bebauung entlang des Kapellenweges ein straffes Rückgrat. Der in fünf Einzelbaukörper aufgelöste dreigeschoßige Wohnbau wird vom Kapellenweg aus erschlossen, wobei das Erdgeschoß durch einen Niveausprung von rd. 50 cm gegenüber der Straßenebene herausgehoben ist. Rampen, Podeste und weit auskragende Vordächer gliedern die Fassade und schaffen einen räumlichen Filter zur Straße. Noch stärker – und dennoch durch verputzte Rahmen zu einheitlichen Flächen verbunden – ist die plastische Durchwirkung der Baukörper an der nach Süden orientierten Gartenfassade mit ihren höchst attraktiven Freibereiche in Form von Vorgärten, Terrassen, Balkons und Loggien. (IAS)
Architektur: kofler architects (2005-2007)
BauherrIn: Heimat Österreich
Das in der Schutzzone gelegene punktförmige Wohnhaus wurde tief am Grundstück und damit möglichst nahe am Bahndamm errichtet, um den beeindruckenden Baumbestand zu erhalten. Der über dem Terrain durch eine eingezogene Sockelzone optisch schwebende Baukörper enthält im Erdgeschoss drei Büros und in den darüber liegenden Geschossen noch insgesamt 22 gleichwertig nach Süden orientierte Wohnungen. Besonders privilegiert sind nur die beiden Wohnungen im Penthouse mit den Terrassen und einem phantastischem Blick auf die Salzburger Altstadt. Integraler Bestandteil der straßenseitigen Ansicht ist die räumliche Schichtung von Garten samt den Bäumen, die sich als organisches Netzwerk über die klar und hart gezeichnete Geometrie des Hauses legen. Die bahnseitige, nach Norden orientierte Fassade ist trotz der Tatsache, dass sie faktisch nur vom fahrenden Zug aus einsichtig ist, gestalterisch ein wenig zu bescheiden ausgefallen. (IAS)
In der gegenüberliegenden Scherzhauserfeldsiedlung befand sich im Kellergeschoß das Lebensmittelgeschäft des Karl Podlaha, wo Thomas Bernhard zur Lehre ging.
Vgl.: Harald Waitzbauer: Thomas Bernhard in Salzburg. Alltagsgeschichte einer Provinzstadt 1943-1955.
Das Projekt war Sieger des im Jahr 2003 ausgeschriebenen EUROPAN-7-Wettbewerbs. Nach einem längeren Entwicklungsprozess - auf dem Bauplatz befand sich zu diesem Zeitpunkt noch die Werkstätte eines großen Autohauses - konnte erst 2010 mit der Umsetzung begonnen werden. Die Anlage liegt an der Schnittstelle heterogener Bebauungsstrukturen und setzt in und für Lehen ein markantes architektonisches Zeichen. Während im Osten, im Süden und im Westen in erster Linie großmaßstäbliche Wohnbauten, aber auch eine Schule und Gewerbebauten liegen, befindet sich in Richtung Norden ein Gebiet mit Einfamilienhäusern. Als vermittelndes Element entstand diese aus drei Baukörpern bestehende Stadtfigur, die mit einem gefördertem Mietwohnbau (56 WE), Seniorenwohnhaus samt Tagesstätte, betreutem Wohnen, Verbrauchermarkt, Büro- und Geschäftsflächen sowie einen öffentlichen Park in sozialer Hinsicht eine zentrale Rolle im Stadtteil Lehen übernimmt.(IAS)
In der gegenüberliegenden Scherzhauserfeldsiedlung befand sich im Kellergeschoß das Lebensmittelgeschäft des Karl Podlaha, wo Thomas Bernhard zur Lehre ging.
Vgl.: Harald Waitzbauer: Thomas Bernhard in Salzburg. Alltagsgeschichte einer Provinzstadt 1943-1955.
Von der Alpenstraße können Sie direkt ins Bad hineinschauen.
Schwimmen direkt an der Alpenstraße – dieses Vergnügen an einer der am stärksten frequentierten Straßen Salzburgs erlaubt diese neue Schwimmhalle. Der Neubau schirmt das in den 1950er-Jahren von den Amerikanern errichtete Freibad – das Akronym „AYA“ steht für American Youth Association – vom Straßenlärm ab. Vom gemeinsamen Eingang, eine großzügige, lichtdurchflutete Halle, gelangen die Badegäste entweder ins Frei- oder ins Hallenbad. Dessen stützenfreien Innenraum öffnet sich über ein horizontales Fensterband zur Straße und über eine großzügige, in acht Achsen gegliederte Verglasung zur Liegewiese des Freibads. Sie sorgen nicht nur für eine natürliche Belichtung, sondern auch für ein einmaliges Badeerlebnis. Die Dachfläche der Schwimmhalle ist teilweise begehbar und wird als Liegefläche genutzt.(IAS)
Durch horizontale und vertikale Nutungen in quadratische Felder gegliederte Sichtbetonscheiben bilden die Stirnseiten des Baues. Die Massivität und die Farbigkeit des Materials bilden einen metaphorischen Bezug zur skarpierten, also künstlich gestalteten Wand des Rainbergs. Der westliche Gebäudetrakt ist gegenüber dem östlichen Schenkel vom Straßenraum leicht abgesetzt. Durch diesen minimalen Gestus ergibt sich ein geschützter Vorplatz, von dem man unmittelbar die großzügige Halle im Zentrum des Bürohauses betritt. Durch die gläserne Rückwand hindurch ergibt sich ein beeindruckender Blick auf die Felswand.
Das Bürogebäude bildet mit der 1991 in einer bestehenden Felskaverne errichteten Probebühne des Salzburger Landestheaters eine räumliche Einheit. Ein ursprünglich geplanter Bauteil an der Ostseite des Grundstücks wurde nie realisiert.(IAS)
Architektur: kadawittfeldarchitektur, Schwarzenbacher Struber Architekten (2011-2013)
BauherrIn: Salzburg Wohnbau GmbH, Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft "Salzburg", gswb, Heimat Österreich, Steiner & Wanner, Alpine Bau GmbH, Ing. Steiner Wohnbau
Das neue Quartier mit insgesamt 356 geförderten Mietwohnungen, städtischem Kindergarten und Einkaufsmarkt befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Struberkaserne. Inmitten eines 15.000 m² großen Parks, der die Stadtteile Taxham und Maxglan miteinander verbindet, liegen die bis zu 7-geschoßigen Wohnhäuser. Diese sind zu Gruppen zusammengefasst und um einen 1,5 m über dem Parkniveau liegenden Platz angeordnet. Damit entstehen räumlich überschaubare Nachbarschaften. Die Fassaden haben mit den vertikal angeordneten Lamellen, die die Farben des Parks aufnehmen und den weit auskragenden Balkonen ein lebendiges Erscheinungsbild erhalten. Das nachhaltige Mobilitätskonzept der autofreien Wohnanlage basiert auf der Verwendung von E-Bikes, Car-Sharing und einer ÖPNV- und überregionale Radwegnetz-Anbindung. (IAS)
Das ehemalige Industriegelände am Stadtrand, bereits 2008 sensibel umstrukturiert und ergänzt, bot im Nordosten Platz für eine Erweiterung durch das eingespielte Architektenteam. Acht über ein gemeinsames Sockelgeschoß aus Sichtbeton verbundene Türme werden in Ausnutzung natürlicher Geländekanten mit Gassen und Stiegen erschlossen. Eine transluzente Fassade aus Polycarbonat ermöglicht perfekt belichtete Ausstellungs- und Büroräume in den kompakten Baukörpern. Poetische Leichtigkeit und Eleganz kennzeichnen die 2013 mit dem Bauherrenpreis und 2014 mit dem Architekturpreis Land Salzburg ausgezeichnete Erweiterung.(IAS)
Zwei von einander unabhängige Einfamilienhäuser auf einem kleinen Grundstück. Vorgefertigte Holzkonstruktionen, die dasselbe Raum- und Gestaltungsprinzip für die gänzlich unterschiedlichen Lebensbedürfnisse adäquat bereit stellen. Im Erscheinungsbild elegant, unaufgeregt und zeitlos stimmig.
Erreichbarkeit: Haltestelle „Erzabt-Klotz-Straße“, Linie 5, 25
An der Stelle des Neubaus befand sich zuvor ein architektonisch belangloses Betriebsgebäude eines Elektrohändlers, das abgebrochen wurde. Dadurch konnte der historische Altbau im nördlichen Bereich des Areals freigespielt werden. Mit einer deutlichen Zäsur in Gestalt eines eingeschoßigen Verbindungsbaues positionieren die Architekten den viergeschoßigen Baukörper, der sich in Masse und Höhenentwicklung an die für Nonntal typischen Solitärbauten orientiert. Die drei Oberschoße beinhalten fünf Wohnungen, das Erdgeschoß ist einer Geschäftsnutzung und diversen Nebenräumen vorbehalten. Bis hin zu den Details wie die einst typischen, fassadenbündigen Fensterläden entstand hier ein überaus stimmiges Stück zeitgemäßer Architektur im Kontext der Salzburger Altstadt. (IAS)
Durch die Fusion der Salzburger Stadtwerke mit dem Landesenergie-versorger „SAFE“ zur Salzburg AG im Jahr 2000, verlor das Verwaltungs-gebäude seine Funktion. Im nun neu bebauten Stadtwerkareal bildet das Hochhaus (E: Erich Horvath/Josef Hawranek, 1968) mit seinen horizontalen Fensterbändern und den hell durchlaufenden Parapeten mehr architektonische Qualität als so mancher Neubau auf dem Areal. Die mächtigen, marmorierten Beton-Fertigteile an der Fassade wurden restauriert und neue großformatige Verglasungen stärken die Eleganz des Hauses. Die Dachzone wurde um ein zurückgesetztes Geschoß erhöht, neu geordnet und nutzbar gemacht. Im Inneren ist das architektonische Konzept von Riepl Riepl in kaum auffindbaren Ansätzen verwirklicht.(IAS)
Architektur: thalmeier architektur (2012-2013)
BauherrIn: Lebenswelt Wohnen GmbH, Ing. W. Steiner Baugesellschaft m.b.H., Salzburg Wohnbau GmbH, Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft
Das orthogonale städtebauliche Konzept bildet ein robustes Rückgrat der Wohnanlage, die aus Geschoßwohnbauten sowie einer Reihenhauszeile an der Ostseite besteht. Die differenzierten Freiräume, dazu zählen ein zentraler befestigter Platz und ein Park, bilden ein räumlich und landschaftsgestalterisch hochwertiges Pendant zu den Hochbauten. Soziale Integration und das Zusammenleben der Generationen sind in der „Rosa Zukunft“ nicht nur Schlagwörter, sondern gelebte Realität. Ein betreutes Bewohnzentrum ist die räumliche, gemeinschaftsstifte Mitte des gesamten Wohnkomplexes.
Das Projekt besticht durch seine im Geist der Moderne stehende architektonische Gestaltung und sein nicht weniger klares Bekenntnis zur Qualität der Zwischenräume.
Die Konstruktion des Objektes beruht auf einem quadratischen System aus Stahlbetonstützen in Bauwerkshöhe mit eingearbeiteten Konsolen auf Stockwerkshöhe, Fertigteildecken aus Ortbeton und Schalungen aus Großformattafeln. Die markanten abgerundeten Ecktürme wurden in heller Sichtbetonqualität produziert.
Die auf die ganze Bauwerkshöhe durchlaufenden Belichtungsstreifen bestehen aus doppelschaligem Gussglasprofilen. „Maßgebend für den architektonischen Entwurf waren der Gedanke der vertikalen Gliederung einer relativ breit gelagerten Baumasse und die Gestaltung der Außenwand als sogenannte Haut“ (Garstenauer). Durch die um die Bauwerksecken herumgeführte Verglasung bleibt die Struktur der Konstruktion sichtbar und spürbar.(IAS)
Nehmen Sie sich Zeit für das gesamte Stadtwerkeareal!
Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität ist eine von drei fertiggestellten Neubauten im gewerblich genutzten Teil des Stadtwerk Lehen.
Das Gebäude teilt sich in zwei Körper, die über ein transparentes Atrium miteinander verbunden sind. Die Sockelzone öffnet sich zum Campus hin und beinhaltet u.a. einen Multifunktionssaal und eine Lernlounge. Die Eingangshalle im Mittelteil, der „Marktplatz des Wissens“, kann für diverse Feierlichkeiten genutzt werden. In den Obergeschoßen befinden sich medizinische Simulationsräume, Hörsäle, Büros und Laborräume, einer davon wird als Reinraumlabor genutzt. Es stellt das Herzstück des Forschungszentrums für Querschnitts- und Geweberegeneration dar. (IAS)
Die aufgrund von Bauschäden erforderliche Sanierung des Pfarramtsgebäudes der Kirche zur hl. Erentrudis eröffnete die Chance zur Neubestimmung des Bauwerks. Die architektonische Qualität des Ensembles (Architekt Otto Kramreiter, 1961) sollte dabei nicht nur erhalten, sondern durch die Schaffung einer multifunktionalen Bildungsstätte eine Aufwertung erfahren. Zwei unabhängig nutzbare Versammlungsräume werden mit einem gemeinsamen Foyer direkt an die Pfarrbibliothek angebunden. Durch die Entfernung einer Mauer und die Absenkung des Niveaus konnte im Außenbereich ein Vorplatz geschaffen werden. Eine Rampe ermöglicht eine barrierefreie Erschließung des Kirchenplatzes und des Pfarramtes. Die lichtdurchlässige Fassade des Anbaus erinnert an ein Korbgeflecht, das auf vielfältige Weise auf christliche Symbole verweist.(IAS)
Die aufgrund von Bauschäden erforderliche Sanierung des Pfarramtsgebäudes der Kirche zur Hi. Erentrudis eröffnete die Chance zur Neubestimmung des Objektes. Die architektonische Qualität des Ensembles (Architekt Otto Kramreiter, 1961) sollte dabei nicht nur erhalten sondern durch die Schaffung einer multifunktionalen Bildungsstätte eine Aufwertung erfahren. Zwei unabhängig nutzbare Versammlungsräume werden mit einem gemeinsamen Foyer Bereich direkt an die Pfarrbibliothek angebunden. Durch die Entfernung einer Mauer und die Absenkung des Niveaus konnte im Außenbereich ein Vorplatz geschaffen werden. Eine Rampe ermöglicht eine barrierefreie Erschließung des Kirchenplatzes und des Pfarramtes. Die lichtdurchlässige Fassade des Anbaus erinnert an ein Korbgeflecht, das auf vielfältige Weise auf christliche Symbole verweist. (IAS)
Besuchen Sie die 800 m2 große Markthalle mit ausgefallener Kulinarik!
Das Panzerhalle auf dem Gelände der ehemaligen Struberkaserne wurde 1939 errichtet, 1952 erweitert und diente bis zum Abzug des Bundesheeres als Werkstätte für Panzer und andere Heeresfahrzeuge. Sie sollte unter Berücksichtigung größtmöglicher Substanzerhaltung zu einem vielfältigen Kreativ- und Gewerbestandort umgebaut werden. Die vier beteiligten Architekturbüros bearbeiten je einen der vier Hallenabschnitte, wobei eines dieser Segmente abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde, dessen kubische Grundform auf die langgestreckte Bestandshalle reagiert. Entwurfsziel war die Fortführung der vorgefundenen industriellen Architektur und die damit verbundene Schaffung von Innenräumen mit Loft-Charakter. Dass dabei keine streng denkmalpflegerischen Grundsätze zum Tragen kommen, stärkt dessen Charakter eher, als dass sie ihn schwächen würden. (IAS)
Das gemein Unmögliche - in der Schutzzone der Salzburger Altstadt zeitgenössische Architektur umzusetzen - ist hier durch Mitwirken aller Beteiligten gelungen: Das prämierte Wettbewerbskonzept konnte fast zur Gänze umgesetzt werden. Dank Erweiterung, Freilegung und Durchbruch wurde ein lichtdurchflutetes Entree für den Gemeinderat geschaffen. Das politisch wie poetisch geglückte Herzstücke des Konzeptes sind die offene Treppenskulptur, das Dachatrium und die offene Passage mit terrazzoähnlichem Bodenbelag mit Flusssteinen zur Salzach hin. (IAS)
Architektur: Thomas Forsthuber, Christoph Scheithauer (2009-2011)
BauherrIn: Heimat Österreich
Zugänglichkeit: Halböffentlich
Erreichbarkeit: Haltestelle „Stadtwerk Lehen“, Buslinie 8 und 24
Das Studentenheim an der Gaswerkgasse war das erste Bauwerk, welches im Kontext der Überbauung des ehemaligen Stadtwerke-Areals in Lehen fertig gestellt wurde. Die Geschäftsflächen im Erdgeschoß sind leider bislang nicht vermietet, in den darüber liegenden sechs Geschoßen ist ein Studentenheim mit 97 Appartements untergebracht. Mit seiner skulpturalen Ausformung bildet es den markanten Eckpunkt des Boulevards, der das Areal aufschließt. Das Studentenheim ist so organisiert, dass die aneinander gegenüberliegenden Zimmer jeweils um ein halbes Geschoß versetzt sind. Die Verbindung dieser gegenüberliegenden Zimmergruppen erfolgt über großzügige Sitzstufenanlagen, kleinere Stiegen und das vom 1. Obergeschoß bis zum Dach durchgesteckte Atrium.(IAS)
Erreichbarkeit: Haltestelle „Stadtwerk Lehen“, Buslinie 8 und 24
Besuchen Sie die Galerie der Stadt Salzburg und die Galerie Fotohof.
Das Stadtwerkareal in Lehen galt als typisch innerstädtische Branche, wie sie das postindustrielle Zeitalter hervorbrachte. Im 19. Jahrhundert wurde hier das städtische Gaswerk situiert, im 1968 errichteten Hochhaus (E: E. Horvath/J. Hawranek) befand sich die Verwaltung des städtischen Energieversorgers, der 2000 mit dem Landesenergieversorger fusionierte, sodass das Gesamtareal zur Neubebauung frei wurde.
Der Masterplan hierfür stammt von Max Rieder, die städtebauliche Feinstruktur des nördlichen Abschnittes mit rund 289 Wohnungen resultiert aus einem mehrstufigen Wettbewerb, den das Wiener Büro transparadiso für sich entschied. Der südliche Teil des Areals wird gewerblich genutzt. In den Sockelzonen der Wohntrakte der einzelnen Bauteile, die durch Baulose an verschiedene Architekturbüros übertragen wurden, sind als gezielter Impuls für das kulturelle und öffentliche Leben der Quartiere insgesamt zwei Galerien, ein Bewohnerzentrum und der Sozialdienst „Hilfswerk“ untergebracht. Der westlichste von D. Feichtinger geplante Bauteil beherbergt überdies den Kinderhort und – garten Lehen.
Der Versuch ein Stück gebaute Stadt mit hoher Dichte zu entwickeln, fand in Salzburg nicht nur Befürworter und so wurde das ambitionierte Experiment zur Zielscheibe der Boulevardpresse.(IAS)
Da der bestehende, 40 Jahre alte Tower nicht mehr den Anforderungen
einer modernen Flugsicherung genügte, entschied sich der Salzburg Flughafen 2010 westlich des bestehenden Kontrollturmes, einen Neubau zu errichten. Auf dem heterogenen Flughafenareal aus mehrheitlich niedrigen
Gebäuden setzt der 54 Meter hohe Turm mit seinem schlanken, in der Grundfläche minimierten Schaft einen städtebaulichen Merk- und Orientierungspunkt. Als unverrückbares Element soll er die Entwicklung des über Jahrzehnte gewachsenen Gefüges definieren. Die dynamisch aus dem Schaft herausmodellierte Kanzel bildet das funktionelle Zentrum und ist das Herzstück der Anlage. Der mit eloxierten Aluminiumpaneelen verkleidete Turm besitzt eine zeitlose Eleganz, die sich unmittelbar und schnörkellos entfaltet. (IA)
Im Jahr 1992 erklärte die Jury (Vorsitz: Hans Hollein) den „Stern mit glänzender Haut aus Metall“ von Juan Navarro Baldeweg zum unangefochtenen Sieger des Kongresshaus-Wettbewerbes. In der Folge kam es zu einer undurchsichtigen Diskussion um Kosten und Interessen, bei der das angeblich günstigere und funktionalere Projekt von Friedrich Brandstätter aus der Schublade gezogen wurde. Nach einer Kampfabstimmung im Gemeinderat kam es zur Umsetzung dieses Projekts, das im Jahr 2001 mit knapp 600 Mio. ÖS (€ 43,6 Mio.), andere Quellen sprechen sogar von 700 Mio. ÖS (€ 50,9 Mio.), abgerechnet wurde. Der große Wurf, darin ist sich die Architekturkritik einig, ist es nicht geworden und um dieses Geld hätte man wohl auch das Baldeweg-Projekt bauen können. (IAS)
Architektur: maxRIEDER, Erich Wagner (2010-2013)
BauherrIn: Salzburger Stadtwerke AG
Für Familien mit Kleinkindern ist der renaturierte Glanspitz zu empfehlen!
Das Wasserkraftwerk Sohlstufe an der Salzach inmitten des Stadtgebietes nimmt die Energien und Kraftdynamiken des Wassers als Gestaltungsprinzip auf und liefert Strom für rd. 23.000 Haushalte.
Gleichzeitig wird eine öffentliche Platzfläche am Fluss durch die Wehrbrückenausformung für PassantInnen geschaffen, welcher die beiden Stadtteile verbindet. Die ober- und unterwasserseitigen Einbindungen und Ausprägungen von Fischtreppe, Kraftwerksauslauf und Wehr- bzw. Uferpfeilern verstärken den Eindruck eine Skulptur im Flussbett.
Durch die Neugestaltung des sog. Glanspitzes wurde dieses Naherholungsgebiet erheblich aufgewertet. Seine Ufer dienen als Spiel- und Rastplätze, laden zum Verweilen ein und bieten eine Vielzahl von Freizeit- und Sportmöglichkeiten für alle Altersgruppen.(IAS)
Die Wohnanlage mit 60 barrierefreien Wohnungen und einer Tiefgarage mit 72 Stellplätzen befindet sich am Rande des gründerzeitlich geprägten Andräviertels. Mit seiner städtebaulichen Figur reflektiert das Projekt die räumliche Struktur des Quartiers. Seine Grundform stellt eine Weiterentwicklung der klassischen Blockrandverbauung dar, bei der drei ineinander verschränkte Objekte einen eigenständigen Komplex bilden. Durch das Heranrücken der Bauteile an die Humboldtstraße bzw. an die östliche Grundgrenze entsteht ein größtmöglicher Innenhof.
Das flächige Erscheinungsbild der weiß verputzten Straßenfassaden mit den bündigen Verglasungen steht dabei in Kontrast zu den raumbildenden Hoffassaden – übrigens eine Struktur wie sie für die historischen Salzburger Altstadthäuser charakteristisch ist. (IAS)
Architektur: HALLE 1 (2011)
BauherrIn: Stadt Salzburg
Zugänglichkeit: öffentlich
Erreichbarkeit: Haltestelle „Salzachstraße“, Buslinie 7
Haltestelle „Polizeidirektion“, Buslinie 3
Dann noch 15 Minuten zu Fuß
Mit dem Fahrrad das Salzachufer Richtung Süden erkunden.
Der nach einem bekannten Salzburger Maler benannte Steg verbindet zwei Ufer mit gänzlich unterschiedlichem Charakter: Während das linke Ufer von lichtem Auwald geprägt ist, findet sich am rechten Ufer das locker bebaute, dennoch städtische Siedlungsgebiet von Aigen. Aus diesen Gegebenheiten des Ortes leitet sich die Figur der asymmetrischen Konstruktion – eine Schrägseilbrücke mit nur einem Pylonenpaar im Wald und einer leichten Auflagerung auf der „Stadtseite“ ab. Die Pylonen weich, rund und fließend geformt, sind Interpretationen der Bäume des Waldes, in dem sie stehen. Die Stegkonstruktion besteht aus einem Stahlhohlkasten, die schlanke, trapezförmige Querschnittsprofilierung läuft am Brückenrand in einer zarten Abschlusskante aus.(IAS)
Architektur: Karl F. Thalmeier (2011-2013)
BauherrIn: Heimat Österreich
In der näheren Umgebung liegen die Wohnanlagen Sam I und II und Samer Mösl.
Die Anlage mit 64 barrierefreien Wohnungen basiert auf einem Grundgedanken: dem zentralen, angerartigen Platz als (halb)-privater Gemeinschaftszone. Ein feines Wegenetz, das an die Entwässerungs-gräben des Samer Moores erinnert, stellt die Verbindung zur Umgebung her. Mit diesem Konzept gewann Thalmeier den 1. Preis beim 2009 durchgeführten Gutachterverfahren. Umgesetzt hat er die drei südlichen Bauteile, die jeweils ein zentrales Stiegenhaus besitzen, dem pro Geschoß vier Wohnungen zugeordnet sind. Konsequent wird so im Haus die Idee des gemeinschaftlichen Freiraums fortgeführt. Große Terrassen, die zumindest von zwei Seiten besonnt werden und so ausgerichtet sind, dass gegenseitige Einsichten minimiert werden, spenden privaten Freiraum. Die hellen Fassaden der klar geschnittenen Baukörper brillieren durch eine präzise Detaillierung und sind durch die freie Anordnung der Fensteröffnungen wiederum spielerisch aufgelöst.(IAS)
Das Haus mit 48 Wohnungen ist in Passivbauweise errichtet. Der Entwurf ging 2008 als Siegerprojekt aus einem Gutachterverfahren hervor. Er erbrachte für die schwierige Ausgangslage aus hoher Lärmbelastung und gewerblichem Umfeld überzeugende Lösungen: Einerseits die zweiseitig orientierten, „durchgesteckten“ Wohnungen, die durch großzügige Loggien geschützte Freibereiche erhalten, andererseits werden alle Wohn- und Schlafräume vom Lärm abgewandt, über die Ostseite belüftet. Über geschoßhohe Fenster in Richtung Westen wird der imposante Blick zu Staufen und Untersberg inszeniert. Die privaten Gärten der Erdgeschoße sind gegenüber dem Gehsteig durch einen Höhensprung abgesetzt. Von der Versickerung der anfallenden Regenwässer leitet sich die Bepflanzung mit Erlen ab, die den Freiraum prägen.(IAS)
Zugänglichkeit: Haltestelle „Schule Lehen“, Linie 1,7
Erreichbarkeit: privat
Kunst am Bau: Im Eingangsbereich Betonrelief von Slavi Soucek
Das Wohnhochhaus mit seiner annähernd quadratischen Grundrissform besitzt ein verglastes Eingangsgeschoß über dem insgesamt zehn Wohnebenen angeordnet sind. Beeindruckend ist wie Garstenauer die gesamte Masse des Wohnturms auf nur sechs Betonpylonen stellt und den Eingangsbereich mit einer zarten, „zerbrechlichen“ Verglasung vom Außenraum abgegrenzt. Die Erschließung erfolgt über zwei Lifte innerhalb eines mittig platzierten Kerns sowie dem an die nördliche Außenwand gesetzten Treppenhaus. Alle bewohnten Räume sind nach Osten, Westen oder Süden orientiert. Die umlaufenden Balkone mit Brüstungen aus Sichtbeton vermitteln das Gefühl der Sicherheit und bilden willkommene Erweiterung ins Freie. Ihre Auskragungen verhindern eine allzu starke Besonnung und ermöglichen für Reinigungs- und Reparaturzwecke einen problemlosen Zugang zur Fassade. (IAS)
Architektur: hobby a., alpgrün architekten (2013)
BauherrIn: Peter Raits
Zugänglichkeit: privat
Erreichbarkeit: Haltestelle „Finanzamt“, Linie 7
Das Haus mit sechs Wohneinheiten wurde in Rücksichtnahme auf den erhaltenswerten Baumbestand sowie die bestehenden Umgebungsbauten entwickelt. Ein vorrangiges Ziel war es, die Qualitäten des Ortes, wesentlich von seiner Lage am Salzachkai bestimmt werden, im Inneren erlebbar zu machen. Alle Wohnungen orientieren sich mit den Gärten bzw. Loggien zur Salzach. Durch- und Ausblicke werden bewusst gelenkt und so der Bezug zum Flussraum gestärkt. Die straßenseitig völlig verglaste Fassade erhält durch die Ausbildung von Terrassen-, Wand- und Deckenvorsprüngen eine plastische Tiefe und gewährleistet im Inneren hohe Behaglichkeit. Die Reduktion auf wenige, aber hochwertige Materialien und die hohe Qualität der Detailausbildung unterstreichen den eleganten Charakter des Hauses.(IAS)
Der Umbau des WIFI wurde für die Neupositionierung des Bestandsbau aus dem Jahr 1980 (E: Josef Hawranek/ Gerhard Stenzel) optimal genutzt. Die Fassadensanierung erfolgte bewusst unter Beibehaltung der primären Bauteile aus hochwertigen Aluminium-Gussele-menten, die allesamt demontiert, gereinigt und nach Anbringung einer Wärmedämmung wieder installiert wurden. Abgebrochen wurde hingegen das betagte Auditorium des WIFI und durch einen Neubau ersetzt, der nun eine offene und einladende Atmosphäre vermittelt. Über ein wind- und lärmgeschütztes Atrium gelangt man zum Haupteingang. Von hier erschließt sich die 1300 qm große Foyerzone, in das der neue Mehrzwecksaal wie ein großes Möbel eingeschrieben ist. Er durchdringt das Dach des einge-schossigen Baukörpers und trägt die Botschaft „Saal“ über seine Oberlichtlaterne nach außen. Der lichtdurchflutete Raum wird als Multifunktionalsaal genützt und kommuniziert über seine konvexe Glasfassade mit dem Stadtraum. (IAS)
1989 gewann Hans Hollein den vielleicht spektakulärsten jemals in Salzburg durchgeführten Wettbewerb. Herzstück des beeindruckenden Entwurfs ist ein aus dem Fels geschürfter, zum Plateau des Mönchsbergs sich trichterförmig weitender Raum, der von einer flachen, gläsernen Kuppel überwölbt wird. Auf der Ebene des Mönchsberg-Plateaus sollte zudem in einer natürlichen Senke eine lanzettförmige Ausstellungshalle entstehen. Die Idee scheiterte nicht zuletzt an der Uneinigkeit der Salzburger Politik und gilt heute noch vielen als die verspielte Chance schlechthin. Die Debatte in Salzburg bereitete schließlich den Boden für das Frank O. Gehry-Projekt in Bilbao, dessen Erfolg seitdem als „Bilbao-Effekt“ in unseren Wortschatz Eingang gefunden hat. (IAS)
Mitte der 1980er-Jahre sollte in der Altstadt von Salzburg erstmals ein „moderner“ Neubau entstehen, der sich nicht historisierend der Umgebung anpasst. Anfangs in den Medien hoch gelobt, wendete sich das Blatt rasch. Planungsstadtrat Johannes Voggenhuber sprach sogar „von der besten bisher in der Salzburger Altstadt vorgelegten Planung“, während Gemeinderat Herbert Fux eine Grundsatzdebatte entfachte und erklärte, dass „Neubauten im Altstadtbereich – ungeachtet ihrer architektonischen Qualität – unpassend seien und damit per se dem Fremdenverkehr schaden“. Das Bauvorhaben mit zwölf Wohnungen brachte der politische Widerstand schlussendlich zu Fall. Schließlich kaufte die Stadt das Areal und widmete es in Grünland. Die Vereitelung des Projekts war ein Signal gegen die Altstadt als Wohnraum und bestärkte den Tourismus als beherrschenden Wirtschaftsfaktor. (IAS)
Beim Wettbewerb zur Erweiterung des Casinos Winkler tagte das Preisgericht öffentlich. Jeder Bürger, so die Maxime, sollte erleben können, wie die geladenen Architekten argumentierten und die Juroren urteilten. Sizas Siegerprojekt wurde jedoch rasch zum Spielball politischer Interessen. Für die einen war sein Entwurf mit der Inszenierung eines Wegs – ausgehend von der Gstättengasse über einen Panoramalift, der auf eine Aussichtsplattform auf dem Mönchsberg führt – an Poesie nicht zu überbieten. Die konservativen Kräfte sahen das grundsätzlich anders, und zwar als inakzeptablen Anschlag auf das Stadtbild. In dieser Auseinandersetzung zog Siza den Kürzeren. Das Projekt für die Erweiterung des Casinos am Mönchsberg war damit Geschichte, das Spielcasino befindet sich heute im Schloss Kleßheim und anstelle des Cafés steht das Museum der Moderne Salzburg. (IAS)
Beim geladenen Architektenwettbewerb konnten sich Elke Delugan-Meissl und Roman Delugan gegen namhafte Konkurrenz wie Zaha Hadid durchsetzen. Das Wiener Architektenduo heftete an nur zwei Stellen der monumentalen Mönchsbergwand ein dynamisches, skulptural geknicktes Designobjekt. Die Benutzer der gläsernen Liftkabine sollten in der modulierten Trasse einem inszenierten Altstadt-Schwenk, ähnlich einer Kamerafahrt, folgen.
Die Salzburg AG hatte erklärt, dass das Land finanzielle Abgänge durch einen Panoramalift tragen müsse. 2006 begrub sie ihn „endgültig.“ Stadtbild-Polemiken ließen den historistischen Aufzug (1890) und das Außenliftprojekt von Álvaro Siza (1986) abstürzen, der Panoramalift von Delugan_Meissl fiel dem Rechenstift zum Opfer.
(Norbert Mayr)
146Ungebautes Salzburg: Fußgängerturm und Lift, Kapuzinerberg
Glockengasse 4 5020 Salzburg
Architektur: Peter Ebner
Erreichbarkeit: Haltestelle "Hofwirt", Buslinie 4
Schon im 19. Jahrhundert gab es Überlegungen, den Berg mit einer Seilbahn zu erschließen. Ende der 1990er-Jahre versuchte Peter Ebner hartnäckig, letztlich aber vergeblich, Investoren für einen Fußgängerturm an der Westflanke des Kapuzinerbergs zu finden. Er entwickelte gemeinsam mit einer schwedischen Spezialfirma auch einen einzigartigen, sich um die Achse des Turms drehenden Lift. Der Turm selbst sollte aus gleichartigen, übereinander gestapelten Betonfertigteilen errichtet werden, die, an der Mittelachse verbunden, um jeweils zehn Grad versetzt werden. Diese Konstruktion besitzt dieselbe statische Wirkung wie ein geschlossenes Rohr, nur eben als allseitig offene Form. Die in sich verschraubte Gestalt hat den nur wenige Jahre später vom Büro Delugan_Meissl geplanten und ebenfalls nicht realisierten Lift auf den Mönchsberg zur Erschließung des Museums der Moderne vorweggenommen. (IAS)
Nachdem der Plan, eine Zentralgarage auf dem Ford-Schmidt-Gelände zu errichten, von einer Bürgerinitiative verhindert wurde, wollte man das Areal an einen Hotelbetreiber veräußern. Das Siegerprojekt des Wettbewerbs blieb – wie so oft – auf der Strecke. Jahre später schildert der portugiesische Architekt Eduardo Souto de Moura seine Erfahrungen: „ [...] Dann wurde dieses Projekt geändert, ohne mein Wissen, und nachdem ich davon erfahren hatte, führte ich einen Prozeß vor Gericht. [...] Ich fand dieses Verfahren sehr seltsam in einem zivilisierten Land wie Österreich, und es befremdete mich, wie man mich behandelte.“
Die Kränkung, die aus diesem Text spricht, zeigt auch, wie Salzburg seinen Ruf beschädigt. (IAS)
Der französische Architekt Dominique Perrault überzeugte 1994 die Wettbewerbsjury mit seinem Vorschlag eines niedrigen, begehbaren „Decks“, das mit seiner Oberkante auf die Höhe der Arenbergstraße ansetzt. Der Auslober - die Salzburger Sparkasse –verlangte in einer zweiten Wettbewerbsstufe plötzlich eine deutliche Anhebung der Kubatur, worauf Perrault auf das bereits geplante Volumen, getrennt durch ein Leergeschoß, zusätzlich einen zweigeschoßigen Baukörper setzte, der über den unteren Baukörper auskragte. Die Eleganz des Projekts war damit verflogen, und Perrault selbst äußerte sich in einem späteren Interview dazu kritisch. Die Gegner sprachen von „städtebaulichem Wahnsinn“, vom „Betonmonster“ und trugen in einer von den Boulevardmedien befeuerten Diskussion das Projekt zu Grabe. (IAS)
Den 2003 ausgelobten internationalen Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des „Schönsten Foyers der Welt“ (Eigendefinition der Salzburger Festspiele) gewann keiner der eingeladenen Star-Architekten, sondern das junge Salzburger Architekturbüro one room (Georg Huber / Karl Meinhart).
Schon einen Monat nach der Wettbewerbsentscheidung warnten Vertreter der Festspiele vor einem „Rummelplatz“, der hier vielleicht entstünde. Stein des Anstoßes war ein mit einer Sitztribüne versehener, eingeschossiger Baukörper, der das Areal gliedert, indem er eine Zäsur zwischen Furtwängler-Garten und Max-Reinhardt-Platz definiert. Verwirklicht wurden nach langer Debatte lediglich Teilbereiche wie das Treppenhaus zur Aula, während der in unzähligen Varianten überarbeitete kleine Pavillon den stürmischen Protesten zum Opfer fiel. (IAS)
150Ungebautes Salzburg: Neugestaltung des Residenzplatzes
Residenzplatz 1 5020 Salzburg
Architektur: knittels BÜRO, Max Rieder
Erreichbarkeit: Fußgängerzone Altstadt Salzburg
Der 2007 durchgeführte Wettbewerb war nicht der erste Vorstoß, dem Residenzplatz eine neue Oberfläche zu verleihen. Wie schon die Anläufe zuvor scheiterte auch dieses Unterfangen. Der Platz, auf dem sich einst der Friedhof der Stadt befand, der die triumphalen Einzüge der Erzbischöfe sah, aber auch die einzige Bücherverbrennung Österreichs im Nationalsozialismus, braucht vor dem nächsten Gestaltungsversuch eine Klärung, welche Rolle er in der Stadt spielen soll. Rieders Entwurf sah unter anderem eine bewegliche Skulptur vor, die unauffällig im Platzniveau versenkt ist und nur bei Gedenkveranstaltungen hochgefahren wird. Ihr von Scheinwerfern ausgehendes Licht steht in luzidem Kontrast zum volksverhetzenden Feuer der Bücherverbrennung des Jahres 1938 und ist ein eindringliches Bild für die Ohnmacht des Intellekts gegenüber der Brutalität der Macht. (IAS)
Der Bildhauer Walter Pichler schlug in den 1970er-Jahren vor, die Brunnen der Altstadt im Winter mit transparenten Konstruktionen aus Plexiglas zu schützen. Umgesetzt wurde Pichlers Ansatz z. B. bei der Pferdeschwemme. Dietmar Feichtingers Wettbewerbsentwurf für den Residenzbrunnen transformiert die Form des zwölfeckigen Brunnenbeckens und die Dynamik der figura serpentinata der Brunnenskulptur in eine parabolisch geformte konkave Hüllfläche aus Acrylglas. Die Burghauptmannschaft als Bauherr machte technische Probleme bei der Umsetzung geltend und verabschiedete sich vom Projekt. Mittlerweile hat man den alten Holzverschlag erneuert. Der fortschrittliche Gedanke, historisches Objekt und moderne Technik zu einer neuen künstlerischen Einheit zu vereinen bleibt damit, was es ist: ein schönes Bild. (IAS)
152Ungebautes Salzburg: Mobile Überdachung Domplatz
Domplatz 5020 Salzburg
Architektur: Jabornegg & Pálffy
Erreichbarkeit: Fußgängerzone Altstadt Salzburg
Der „Jedermann“, der seit 1920 auf dem Domplatz aufgeführt wird, zählt zu den erfolgreichsten Produktionen der Theatergeschichte. Bei Schlechtwetter muss stets das Große Festspielhaus als Ersatzspielort freigehalten werden. Die Wiener Architekten Jabornegg & Pálffy entwickelten daher ein Konzept für eine mobile Überdachung des Domplatzes. Das Dachfaltwerk sollte die angrenzenden Gebäude des Platzensembles überragen und auf Schienen in die Parkposition an der Wand des Hofbogengebäudes geführt werden können. Bei Schlechtwetter, aber auch zur Beschattung kann die Konstruktion ausgefahren werden. Doch der „Jedermann“ am Domplatz lebt vom Spiel unter freiem Himmel, und wie das Festspielhaus kein adäquater Ersatz dafür ist, so ist es auch der überdachte Domplatz nicht. Die Verantwortlichen haben das rechtzeitig erkannt und das Projekt ad acta gelegt. (IAS)
153Ungebautes Salzburg: Adaptierung des Kapitelsaals / Besucherzentrum für die Festung Hohensalzburg
Kapitelplatz 6 5020 Salzburg
Architektur: maria flöckner und hermann schnöll
Erreichbarkeit: Fußgängerzone Altstadt Salzburg
Der Kapitelsaal ist ein Veranstaltungsraum der Erzdiözese, der bauhistorisch gesehen keine besondere Bedeutung hat. Entstanden ist er Anfang der 1970er-Jahre, übrigens unter massivem Abbruch damals noch vorhandener Bausubstanz, nach Plänen des Salzburger Architekten Otto Prossinger. Das Bauamt der Erzdiözese lud 2009 mehrere Architekten zu einem Wettbewerb, um Ideen für die Neugestaltung des Saals zu erhalten. Flöckner/Schnöll setzten sich dabei mit einem Konzept durch, das eine Öffnung der Saalwand an der Bierjodlgasse vorsah. Die Altstadterhaltungskommission teilte diesen Ansatz nicht und verlangte eine Reduktion des Glasanteils. Die Architekten legten schließlich einen neuen Entwurf vor, der die Kommission überzeugte. Allerdings zog die Erzdiözese, wohl zermürbt von diesem jahrelangen Prozess, das Projekt zurück. (IAS)
Mit dem grandiosen Wettbewerbsprojekt zeigten Heike Matcha und Günter Barczik wie ein urbanes Erlebnisbad aussehen könnte: Bäderlandschaften als gestaffelte Ebenen in einen kristallinen, gläsernen Baukörper gepackt mit phantastischem Blick in die Baumkronen des Kurparks. Die Jury, die sich der Herausforderung des Projekts bewusst war, sicherte sich noch beim Bürgermeister ab, der sich positiv äußerte. Zwei Jahre und diverse gemeinderätliche Auseinandersetzungen später verabschiedet man sich vom hochgelobten Projekt. Trotz einer profunden Machbarkeitsstudie, welche die Architekten vorlegen steigt die Stadt aus, und wieder einmal soll ein anderes Wettbewerbsprojekt aufs Schild gehoben werden. (IAS)
Architektur: kadawittfeldarchitektur (2009-2014)
BauherrIn: ÖBB-Infrastruktur AG
Es gibt ein Wiener Cafe namens "Johann" direkt im alten Bahnhofsgebäude.
Die Verbindung des historischen Bestandes mit zeitgenössischer Architektur macht den neuen Salzburger Hauptbahnhof zu einem einzigartigen Erlebnis. Die restaurierte Jugendstil-Empfangshalle von 1909 ist ein denkmalpflegerisches Glanzlicht. Mit der neuen Passage, als neues zentrales Erschließungselement entsteht überdiese eine barrierefrei Verbindung zum Stadtteil Schallmoos, wo mit einer Kiss & Ride-Zone ein zweiter, attraktiver Zugang zum Bahnhof entsteht.
Markant sind die den Gleisen folgenden, geschwungenen Bahnsteigdächer, die sich an die behutsam sanierten historischen Bahnsteighallen schiegen. Zusammen bilden sie eine geschlossene Dachfläche über den Gleisen.(IAS)
In der Peripherie, zwischen zwei Autobahnanschlüssen und ohne nennenswerte städtebauliche Referenz, entstand die neue Autobahnmeisterei. Vier Baukörper wurden dabei mit den einzelnen Funktionsbereichen um einen großzügigen Innenhof angeordnet. Dieser gewährleistet eine ideale Übersicht innerhalb der Anlage und bietet die Möglichkeit, sie außerhalb der Betriebszeiten zu schließen. Die drei 25 Meter hohen Salzsilos markieren als Landmarken auch das Zentrum der Autobahnmeisterei.
„Aus den banalen Ingredienzen einer Nutzanlage wurde eine präzise und erstklassige Anlage gestaltet, mehr noch: ein hochwertiger Platz.“ - befand eine Fachjury und vergab dem Gebäude den Architekturpreis Land Salzburg 2016. (IA)